Von Mey Mark Meyer
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 1/2006, Seite 50 - 52. Alle Rechte vorbehalten.
Kann eine kostenlose Software zur Unterstützung der alltäglichen Projektarbeit beitragen? Open-Source-Software wird mitunter noch immer mit dem Vorwurf mangelnder Professionalität konfrontiert. Doch ob Internet-Server oder Textverarbeitung – in vielen Bereichen stehen inzwischen leistungsfähige Lösungen zur Verfügung, die den Vergleich mit ihren kommerziellen Pendants nicht zu scheuen brauchen. Die neue Version 5 von PHProjekt, einer webbasierten Groupware mit Projektmanagement-Funktionalität, ist daher Anlass genug, einen genaueren Blick auf die gebotene Funktionalität zu werfen.
Folgt man einem landläufigen Sprichwort, dann schaut man sich Geschenke nicht näher an. Doch wer eine Software für die Zusammenarbeit seines Projektteams einführt, für den stellen die Lizenzkosten in der Regel nur einen geringen Teil der zu kalkulierenden Kosten dar und die gebotene Funktionalität entscheidet. Vor diesem Hintergrund ist auch lizenzkostenfreie Software den gleichen Anforderungen unterworfen wie die kommerziellen Produkte.
Zunächst unterstützt PHProjekt klassische Groupware Funktionen wie Kalender, Kontaktdatenbank und Dateiablage. Darüber hinaus ermöglicht die Software aber auch die projektbezogene Zeiterfassung sowie die Delegation und Überwachung von Aufgaben im Projekt. PHProjekt ist modular aufgebaut. Sämtliche Module lassen sich nach Bedarf aktivieren, so dass der in der Benutzeroberfläche angebotene Funktionsumfang individuell angepasst werden kann. Jeder Anwender kann die bevorzugte Spracheinstellung der Oberfläche aus weit über dreißig Sprachen wählen.

Abb.: Übersichtsdarstellung in PHProjekt
PHProjekt deckt vor allem die „klassischen“ Groupware-Funktionen wie Kalender, Kontakte und Dateimanagement ab. Auch ein Diskussionsforum ist integriert. Daneben bietet die Software eine Datenbank für Internet-Adressen, eine Chat-Funktionalität sowie ein Help-desk-Modul zur Bearbeitung von Anfragen beispielsweise an einen technischen Support oder ein Project-Office.
Groupware …
Der Kalender bietet Terminübersichten für Tage, Wochen, Monate und Jahre und bietet einfache Wiederholungen für regelmäßige Termine. Wird ein Teilnehmer einer Besprechung zugeordnet, so findet er die Zuordnung beim nächsten Zugriff auf das System auf der Übersichtsseite als zu bestätigenden Termin. Leider ist keine Zustimmung mit einem einfachen Klick möglich. Stattdessen ist der Termin zu bearbeiten und die Zustimmung einzutragen – um dann, statt wieder in der Übersicht, in der Kalenderansicht zu landen. Auf den ersten Blick erscheint die Kollisionsprüfung interessant, mit der sich etwa bei der Vereinbarung neuer Termine die Verfügbarkeit der übrigen Teilnehmer prüfen lässt. Leider fehlt eine Möglichkeit, Termine aus MS Outlook in den Web-Kalender zu importieren – somit werden in den meisten Fällen wohl nur wenige projektbezogene Termine online verwaltet werden. Die Kollisionsprüfung verliert vor diesem Hintergrund deutlich an Nutzen, da PHProjekt in diesem Fall nur einen Bruchteil der terminlichen Verpflichtungen seiner Anwender kennt.
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