Risikomanagement komplexer Bauprojekte
Von Amir Dayyari
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2005, Seite 58 - 59. Alle Rechte vorbehalten.
Am 15. September lud der Lehrstuhl für Projektmanagement der Universität Kassel unter Leitung von Prof. Konrad Spang zum zweiten Mal zu einem Erfahrungsaustausch ein, der mit 180 Teilnehmern sehr gut besucht war.
Im Eröffnungsvortrag stellte Spang sein Modell eines integrierten, ganzheitlichen Risikomanagements vor, das über alle Projektlebensphasen und unter Mitwirkung aller Beteiligten am Projekt betrieben wird. Partnerschaftliche Risikoverteilung sowie ein optimaler und transparenter Risikowissens-Transfer bilden weitere wesentliche Merkmale dieses Modells. Hierbei soll der Auftraggeber/Bauherr die Rolle des Prozessführers übernehmen. Prof. Wolfgang Heiermann befasste sich mit dem juristischen Risikomanagement bei Großbauvorhaben. Er hob hervor, dass eine projektbegleitende juristische Beratung eine wesentliche Risikopräventionsmasnahme darstellt. Dabei muss diese Beratung sowohl in der Ausschreibungs- und Vertragsgestaltungsphase als auch während der Realisierungsphase betrieben werden.
Martin Bay stellte das Projektrisikomanagement bei der Deutschen Bahn vor. Durch eine frühzeitige Transparenz von (technischen) Risiken wird dort eine verbesserte Entscheidungsgrundlage geschaffen. Hierzu wurde ein EDV-gestütztes Risikomanagementsystem entwickelt, das eine strukturierte Risikoidentifikation, -bewertung, -behandlung und -dokumentation ermöglicht. Das Risikomanagement für die Planung des neuen Berliner Großflughafens wurde von Manfred Kortgen vorgestellt. Es ist auftraggebergesteuert und beginnt mit dem Aufbau einer Organisationsstruktur, deren Managementebene frühzeitig Risiken ermittelt und bewertet. Darauf aufbauend werden operative Risikobekämpfungsmaßnahmen entwickelt. Voraussetzung ist jedoch ein informationsoffener und kommunikativer Umgang zwischen sämtlichen Projektbeteiligten.
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