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Buchbesprechung von Heinz Schelle
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2005, Seite 46 - 47. Alle Rechte vorbehalten.
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Koreimann, früher Chefberater der IBM, ist Controllingfachleuten seit langem durch seine Veröffentlichungen, unter anderem auch in dieser Zeitschrift (3/2003), bekannt. Sein Buch bezieht sich in der Hauptsache auf IT-Projekte, obwohl natürlich viele Aussagen auf andere Projektarten übertragen werden können. Das Werk bringt neben dem in Controllinglehrbüchern üblichen Standardstoff (z. B. Earned-Value-Analyse, projektbezogene Balanced Scorecard und Risikoanalyse) viele Gedanken, die üblicherweise nicht in der Literatur zu finden sind und die befruchtend für unsere Disziplin sein können. So befasst sich der Autor sehr intensiv mit dem Begriff der Projektwirtschaftlichkeit und unterscheidet dabei Produktwirtschaftlichkeit und Prozesswirtschaftlichkeit.

Die Fragestellung lautet bei der Produktwirtschaftlichkeit: „Stehen der zu erwartende Ertrag und Nutzen des erstellten Produkts und/oder der Dienstleistung in einem wirtschaftlichen Verhältnis zu den dafür investierten Aufwänden?“ Bei der Prozesswirtschaftlichkeit wird gefragt: „Stehen die Aufwendungen für das zu erstellende Produkt in einem angemessenen Verhältnis zum Wert der erstellten Leistung?“ Die Antwort auf diese letzte Frage versucht man vor allem mit Plan-Ist- und Plan-Plan-Rechnungen zu finden. Koreimann entwickelt damit Gedanken, die große Ähnlichkeit mit den Überlegungen von Strohmeier zum Abwicklungs- und Anwendungserfolg eines Projekts bzw. mit dem vor allem in der angelsächsischen Literatur propagierten Benefitmanagement in Projekten haben. Die zunächst theoretischen Ausführungen werden dann sehr ausführlich an einem Beispiel erläutert. Da bei benutzt der Verfasser sowohl Größen des Rechnungswesens als auch die Nutzwertanalyse und spricht in diesem Zusammenhang auch vom Schema der dualen Wirtschaftlichkeit (kardinale und ordinale Bewertung). Sehr originell sind auch die Darlegungen zu Reviews, Inspektionen und Audits. Hier wird u. a. eine Methodik zur Ermittlung eines Performance-Index vorgestellt, in die Ergebnisse der Formal-, Finanz- und Inhaltskontrolle sowie der Kontrolle der Unterstützungsleistungen eines Projekts eingehen. Auch die enorm wichtigen Probleme der Einführung von Projektcontrolling werden nicht ausgespart. Bei diesen Darlegungen hat mir besonders der Versuch gefallen, die verschiedenen Stufen von CMM den Entwicklungsstufen des Projektcontrollings gegenüberzustellen. Wie Schreckeneder befasst sich Koreimann auch intensiv mit Aspekten des Portfoliomanagements und dem Zusammenhang zwischen Projektauswahl und Unternehmenszielen. Kritisch ist zu vermerken, dass neuere Entwicklungen wie zum Beispiel Function Point und der FCM-Ansatz (Factor-Criteria-Metrics, u. a. FURPS), die meines Erachtens von großer Bedeutung für die Weiterentwicklung des Controlling im IT-Bereich sind, nicht erwähnt werden. So kann man etwa Function Point nicht nur für die Aufwandsschätzung einsetzen, sondern auch für die Projektfortschrittsmessung und die Kontrolle der „Creeping Requirements“.


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