Durch Projektmanagement bei der Polizei mehr Effizienz, Effektivität und Bürgernähe
Von Oliver Steeger
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2005, Seite 9 - 11. Alle Rechte vorbehalten.
„Tatort“ Polizei: Von systematisch angewendetem Projektmanagement kann die Polizei stark profitieren. Mehr Bürgernähe, Effizienz und Effektivität erwarten Fachleute, wenn die Behörde noch mehr auf Projektmanagement setzt. Das Interesse an dem aus der Wirtschaft stammenden Instrumentarium jedenfalls ist groß. Jetzt legen Professor Heinz Schelle (Universität der Bundeswehr, München) und Johann Peter Holzner (Polizeidirektor und stellvertretender Fachbereichsleiter bei der Polizei-Führungsakademie Münster) ein Handbuch vor. Der Titel: „Projektmanagement für die Polizei“. Im Gespräch erläutert Johann Peter Holzner, welche Einsatzgebiete er für das Projektmanagement sieht –und weshalb sich ermittelnde Beamte dennoch künftig nicht als Projektleiter vorstellen werden.
Herr Holzner, in der Einführung zu Ihrem neuen Buch beklagen Sie, dass eine Vielzahl von Projekten bei der Polizei nur dem Namen nach Projekte sind …
Beklagen ist nicht das rechte Wort. Dies ist eine Feststellung, nicht mehr, nicht weniger. Viele Führungskräfte in herausgehobenen Positionen sind an einem oder manchmal mehreren Projekten gleichzeitig beteiligt. Dabei ist nicht von der Hand zu weisen, dass oft Sonderaufgaben das Etikett Projektmanagement aufgeklebt wird. Wir haben gewisse Tendenzen erkannt, dass diese ausufernde Etikettierung zu einer Projekt- und Reformmüdigkeit führt.

Johann Peter Holzner (Polizeidirektor
und stellvertretender Fachbereichs-
leiter bei der Polizei-Führungs-
akademie Münster) betont die Bedeutung
des Projektmanagements für die Polizei.
(Foto: Polizei-Führungsakademie Münster)
Also werden Aufgaben als Projekt gekennzeichnet …
…und es wird nicht konsequent systematisches Projektmanagement betrieben, wie es beispielsweise in der DIN 69904 oder in der IPMA Competence Baseline (ICB) formuliert ist. Solche Projekte werden nicht planmäßig abgeschlossen und „verdunsten“– oder werden schlimmstenfalls zum Fehlschlag. Damit droht die Gefahr, dass das Konzept „Projektmanagement“ unverdient bei der Polizei in Misskredit gerät.
Gestatten Sie bitte die Frage, was bei der Polizei als Projekt abgewickelt werden kann – Sicherheitsmaßnahmen für Großveranstaltungen beispielsweise?
Nein, solche Aufgaben grundsätzlich nicht. Für die Einsätze der Polizei haben wir Grundlagen und Planungsprozesse, die über viele Jahre verbessert und weiterentwickelt wurden. Diese sind in so genannten Polizeidienstvorschriften festgehalten, die als Leitfäden für das polizeiliche Handeln dienen. Für Einsätze wie beispielsweise Veranstaltungen, Versammlungen, Entführungen, Geiselnahmen und Erpressungen sind wir mit den bisherigen Verfahrensweisen sehr gut aufgestellt. Da bedarf es keines Methodenwechsels.
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