Von Andreas Meyer-Eggers

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2005, Seite 17 - 20. Alle Rechte vorbehalten.
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Die Bertrandt AG ist einer der führenden Entwicklungsdienstleister der internationalen Automobil- und Luftfahrtindustrie in Europa. Von 20 Standorten aus bietet das Unternehmen die gesamte Entwicklungsprozesskette von der ersten Idee bis hin zur Entwicklung kompletter Module und Fahrzeuge an. Zur Darstellung der durchgängigen Entwicklungsprozesskette wurde das Leistungsspektrum in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Hierzu hat das Unternehmen das „Bertrandt Engineering Network“ implementiert. Parallel wurde das interne Projekt „b.Xcellent“ (sprich: „be excellent“) gestartet, um die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Entwicklungsdienstleistern und Systemlieferanten in komplexen Projekten und über Landesgrenzen hinaus durch standardisierte Prozesse und Technologien abzusichern.

Automobilindustrie im Wandel

Bis Anfang der neunziger Jahre lag die Entwicklung nahezu jedes einzelnen Bauteils in den Händen der Automobilhersteller. Die Zulieferer waren vorwiegend ihre verlängerte Werkbank, die Ingenieurdienstleister die vergrößerte Konstruktionsabteilung. Eine Vernetzung von Teams über Abteilungs- oder gar Niederlassungsgrenzen hinaus gab es nicht.

Der Anfang der 90er Jahre einsetzende Strukturwandel veranlasste die Hersteller zum Umdenken. Kosten mussten gesenkt und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den japanischen Mitbewerbern verbessert werden. Die Folge waren Rationalisierung und die Verlagerung von Leistungen nach außen. Die Zulieferer wurden in eine größere Eigenverantwortlichkeit entlassen, die Ingenieurdienstleister als flexible Partner stärker eingebunden. Diese neue Verantwortung machte es erforderlich, dass die Fachkräfte des Entwicklungsdienstleisters sich zunehmend mit den Schnittstellen und Funktionen von Bauteilen auseinander setzen mussten. Zu den „Schnittstellen“ gehörten nun zum Beispiel auch Entwickler angrenzender Bauteile. Grundsätzlich blieben der Mitarbeiter und der Auftrag aber in der Verantwortung einer Abteilung, das heißt Blechteile im Rohbau-, Kunststoffumfänge im Kunststoff-Bereich.

Durch die zunehmende Modellvielfalt und verkürzte Modellzyklen wurden die Entwicklungsingenieure von einst zu „echten“ Partnern, unter anderem bei Entwicklungsprojekten auf Modulbasis oder der Entwicklung von Nischenfahrzeugen und Fahrzeugvarianten (Coupé, Cabriolet)


Struktureller Wandel in der Automobilindustrie (Quelle: Bertrandt)



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