Von Manfred Saynisch
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2005, Seite 9 - 11. Alle Rechte vorbehalten.
Ursprünglich im Auftrag des Verteidigungsministeriums als Plattform zur Planung und Durchführung von Systemprojekten entwickelt, gilt das V-Modell seit Ende der 90er Jahre als Entwicklungsstandard für IT-Systeme des Bundes und vieler Großunternehmen. Anfang des Jahres 2005 wurde das V-Modell XT fertig gestellt und löste das vorherige V-Modell 97 ab. Mit der neuen Version will der Bund vermeiden, dass sich Desaster wie beim Maut-System Toll Collect oder der Software für Hartz IV wiederholen.
In einer feierlichen Auftaktveranstaltung zerschnitt Prof. Andreas Rausch Anfang Februar das rote Band für den „symbolischen Erlass des V-Modells XT“. Dazu waren Compactdiscs, die den neuen Entwicklungsstandard für IT-Systeme des Bundes enthielten, zu einem riesigen, mannshohen „V“ aufgeschichtet und mit dem roten Band umwickelt worden. Anschließend verteilte der Koordinator des Projekts die CDs unter den etwa 400 geladenen Gästen im voll besetzten Hörsaal 1 des Instituts für Informatik der TU München.
Das war der originelle Vollzug eines ministeriellen Erlasses, denn das V-Modell XT soll neben Unternehmen vor allem Behörden eine Richtschnur für die Organisation und Durchführung von IT-Vorhaben sein. Wenn man daran denkt, wie sonst Erlasse von Ministerien bekannt gemacht und vollzogen werden – beispielsweise formal per Bundesanzeiger, den nur Eingeweihte lesen, oder so heimlich und missverständlich wie bei der Visa-Handhabung in der Ukraine –, war diese kommunikative Bekanntmachung ein Schritt nach vorne

Die V-Welt mit den Vorgehensbausteinen des „V-Modells XT“ (Ausschnitt)
(Grafik: V-Modell® XT, © Bundesrepublik Deutschland 2004)
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