Mit perfekten Ausstellungen pflegt die „Bundeskunsthalle“ in Bonn weltweit ihr Image

Von Oliver Steeger

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2005, Seite 3 - 8. Alle Rechte vorbehalten.
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Das Gold verehrten die alten Ägypter als Zeichen der ewigen Sonne, als Symbol der Wiedergeburt nach dem Tod. Rund dreitausend Jahre später zieht das Edelmetall weiterhin die Menschen in seinen Bann – besonders, wenn es aus dem alten Ägypten stammt. Die Stadt Bonn fiel ins Pharaonen-Goldfieber, als hier 130 Schätze aus der Grabkammer Tutanchamuns ein halbes Jahr zu sehen waren. Rund 700.000 Besucher bestaunten die Pretiosen in der „Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland“ am Rande des ehemaligen Regierungsviertels. Präzise war die über mehrere Jahre vorbereitete Ausstellung durchgeplant. „Nur mit Projektmanagement können wir heute solche Ausstellungen ermöglichen“, sagt Maja Majer-Wallat, Sprecherin der bundeseigenen Institution. Doch Projektmanagement funktioniert in der Kulturszene „anders“. Auf welche Weise – das zeigen die Bonner Ausstellungsmacher.


Der Eingeweidesarg Tutanchamuns,
ein Kunstwerk aus Gold, Karneol,
Bergkristall, Obsidian und Glas. Der
filigran gearbeitete Kopf mit Nemes-
Kopftuch war auch Logo und
„Eyecatcher“ der Bonner Archäologie-
Ausstellung.
(Foto: Oliver Steeger)

Ein Fernsehteam des amerikanischen Senders ABC hat sich angemeldet. Die TV-Journalisten aus Übersee wollen über die Schätze des Pharaos Tutanchamun (regierte etwa 1347 bis 1339 v. Chr.) in Bonn berichten. Mit achtzehn Jahren verstorben, wäre der altägyptische Regent heute nicht einmal für Fachleute spannend. Posthum wurde der Kindkönig allerdings Teil eines neuzeitlichen Archäologie-Abenteuers. 3.600 Jahre nach dessen Beisetzung stieß der Brite Howard Carter auf sein unberührtes Grab. Er hob 1922 einen archäologischen Schatz. Der Name Tutanchamun ging um die Welt; der Gottkönig wurde, wie die Bonner Ausstellung wieder zeigte, zu einer Art Popstar der Archäologie. Bewahrt werden seine Schätze heute in Kairo. Nur selten gehen sie auf Reisen; es gilt als Ausnahme, dass 130 kostbare Fundstücke nach Bonn ausgeliehen werden. Dort nun wollen die amerikanischen Fernsehleute drehen. Auch ein Interview mit Dr. Wenzel Jacob, dem Intendanten der „Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland“, ist vorgemerkt.


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