PM Qualifizierung

PM Zertifizierung

GPM Awards

GPM Know-how

GPM Regional



Buchbesprechung von Heinz Schelle

Zunächst ein großes Lob: Meine jahrelange Kritik an Projektmanagement-Büchern, die aus dem Englischen in die deutsche Sprache übersetzt wurden, ist zumindest beim rührigen mitp-Verlag auf fruchtbaren Boden gefallen. Der Verlag hat neben einer Übersetzerin auch noch einen Fachmann engagiert, der mit Erfolg darauf geachtet hat, dass Ausdrücke, die für Projektmanagement spezifisch sind, richtig übersetzt werden. (Beim voluminösen Band von Kerzner zum Thema Projektmanagement ist das übrigens auch geschehen.) Der Leser wird es dem Verlag danken, muss er doch nicht schon nach kurzer Lektüre das Buch verärgert in die Ecke werfen.

Burke kündigt sein Programm schon mit dem Untertitel „Planungs- und Kontrolltechniken“ an. Das bedeutet, dass er sich weitgehend auf die instrumentale Seite des Projektmanagements konzentriert, wenngleich er vor allem mit den Kapiteln „Kommunikation“, „Projektteams“ und „Führung in Projekten“ von dieser Linie ein wenig abweicht.

Auch wenn zu Beginn ein knapper Bezug zur ICB, zum PM Kanon der GPM, zur DIN 69901 und zur Zertifizierung hergestellt wird, wird die Publikation doch weitgehend vom Project Management Body of Knowledge (PMBOK) des Project Management Institute of America (PMI) geprägt. Burke beruft sich immer wieder auf die dort getroffenen Festlegungen.

Die Ausführungen des Autors zu den einzelnen Themen sind sehr solide, die graphische Gestaltung ist gut. Ob die Geschichte des Projektmanagements dargestellt wird oder der Projektlebenszyklus, ob der Verfasser die Terminplanung oder das zumindest in Deutschland sehr selten dargestellte Thema der Beschaffung von Dienstleistungen, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und Betriebsmitteln behandelt, man bekommt immer zuverlässige Informationen. Sehr viel Aufmerksamkeit wird dem Earned-Value-Ansatz gewidmet. Man hätte sich freilich hier eine etwas kritischere Betrachtung gewünscht, die man allerdings auch im PMBOK vermisst. Ich kann nicht verstehen, warum dem Anfänger nicht klar gesagt wird, dass die Aussagekraft des Arbeitswerts mit der Zuverlässigkeit der Fortschrittsmessung bei Teilaufgaben und Arbeitspaketen steht und fällt und dass ein Controller mit Buchhaltermentalität mit diesem Konzept viel Unfug treiben kann. Etwas verwirrend für deutsche Leser ist, dass unter der großen Überschrift CPM-Netzplantechnik (Kapitel 10) die Vorgangsknotennetztechnik, allerdings sehr ausführlich und kompetent, behandelt wird. In der einschlägigen DIN-Norm wird CPM den Vorgangspfeilnetztechniken zugeordnet. Können sich die Angelsachsen vielleicht immer noch nicht mit der Tatsache abfinden, dass die leistungsfähigere Vorgangsknotennetztechnik in Frankreich entwickelt wurde? Bei den Literaturangaben, die sich weitgehend auf angelsächsische Publikationen beschränken, hätte man sich die Nennung des Erscheinungsorts und vor allem des Erscheinungsjahrs gewünscht.

Alles in allem ist das Buch von Burke jedoch gut gelungen. Wer die Sichtweisen des PMI genauer kennen lernen will – der PMBOK selbst ist ja nicht als Lehrbuch gedacht –, ist mit dem Kauf gut beraten.

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 1/2005, Seite 40. Alle Rechte vorbehalten.



---> Zum Inhaltsverzeichnis von PMaktuell - Heft 1/2005

GPM-Mitglieder erhalten ein kostenfreies Abonnement von projektMANAGEMENTaktuell.
Informieren Sie sich über die Vorteile der GPM-Mitgliedschaft

Bibliothekskataloge

Hier können Sie erfahren, an welchen Hochschulen das Werk verfügbar ist:

Anregungen?
Wenn Sie Anregungen zur Online-Ausgabe von PM aktuell haben oder Fehler entdecken, senden Sie bitte eine Nachricht an
PM-Qualifizierung
auf hohem Niveau

Weitere Info...

↑↑↑     --     Impressum | Sitemap | Login Redaktion     --     ↑↑↑ Kontakt | \

Powered by pmwiki-2.2.50 - Optimiert für Bildschirmauflösungen ab 1024 x 768