Professionalisierung der Aufwandsschätzung dringend erforderlich
Von Achim Kindler, Bernd Jahnke, Wolfram von Schneyder
Die Aufwandsschätzung ist für den budget- und terminbezogenen Projekterfolg in erheblichem Umfang ausschlaggebend. In Forschung und Lehre innerhalb des Projektmanagements sowie in den meisten anderen Fachgebieten wird dem Thema Aufwandsschätzung insgesamt eine viel zu niedrige Bedeutung beigemessen. Auch die Praxis schöpft die bestehenden Potenziale nur zu einem geringen Teil aus. Der vorliegende Beitrag nimmt eine Standortbestimmung vor. Darüber hinaus zeigt er den bestehenden Handlungsbedarf sowie verfügbare Lösungs- und Verbesserungsansätze auf. Die drei Autoren klagen dabei dringend eine Professionalisierung bei der Aufwandsschätzung von Projekten ein.
Herausforderungen und Trends

Reduziertes Schätzrisiko als Ergebnis der
organisierten Aufwandsschätzung
Obwohl das Fachgebiet Projektmanagement seit der Mitte des letzten Jahrhunderts eine beträchtliche Professionalisierung erfahren hat, zählt die Aufwandsschätzung immer noch zu den schwierigsten Aufgaben eines Projektleiters. Die Aufwandsschätzung eines Projekts bildet eine zentrale Grundlage essenzieller Entscheidungen. Sie wird benötigt, um
- zu bewerten, ob das Projekt überhaupt durchführbar ist,
- die für die Durchführung des Projekts erforderlichen Ressourcen, insbesondere Geldmittel, bereitstellen zu können,
- die Priorität des Projektes im Vergleich zu anderen Projekten und Investitionen festzulegen und
- die Wirkungen des Projekts, seien es Einsparungen, schnellere Durchlaufzeiten oder zusätzliche Einnahmen, zeitnah realisieren zu können.
Damit wirkt die Aufwandsschätzung sowohl im einzelnen Unternehmen (Budgetierung, Ressourcenplanung) als auch zwischen mehreren Unternehmen (Angebots- und Vertragsgestaltung)
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 1/2005, Seite 14 - 22. Alle Rechte vorbehalten.
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