Von Tino M. Böhler

Dipl.-Betriebswirt Rainer Trendelenburg
ist Geschäftsführer der auf Design und
Implementierung von Controlling-,
Projektcontrolling- und Multiprojekt
managementlösungen spezialisierten
3pleP GmbH, Freiburg (www.3plep.com).
In der GPM ist Rainer Trendelenburg
aktives Mitglied in der gemeinsamen
Fachgruppe Projektcontrolling von GPM
und ICV (Internationaler Controller-
Verein). (Foto: 3pleP)
Softwarelösungen zum Multiprojekt- management haben derzeit Hochkonjunktur. In Industrieunter- nehmen werden bis zu 30 Prozent der Kosten durch Projekte verursacht, Tendenz steigend. Noch höher ist der Anteil in Unternehmen, die ihre Wertschöpfung hauptsächlich aus Projektaufträgen generieren. Das wirtschaftliche Potenzial aus der Verbesserung der Projektprozesse wird zwischen 25 und 40 Prozent eingeschätzt. Während Industrie und Handel in den letzten zwei Jahrzehnten ihre Routineprozesse gestrafft und so die Wettbewerbsfähigkeit gesichert haben, sind ihre Projektprozesse und die Abläufe in vielen projektorientierten Organisationen noch nicht so weit. Hier muss das obere Management die Verantwortung übernehmen und die Implementierung einer Multiprojektmanagementlösung als Chance für die Prozessverbesserung und den Aufbau eines integrierten Geschäftsmodells verstehen. Im Interview zeigt der Freiburger Projektcontrolling- Experte Rainer Trendelenburg, worauf es dabei ankommt.
- Herr Trendelenburg, glaubt man Veröffentlichungen, scheint das Thema Projektmanagement allmählich dort anzukommen, wo es hingehört, in der Unternehmensleitung. Wie ist die Situation genau?
- Leider sieht die Realität in vielen Unternehmen heute ganz anders aus. Projektmanagement wird oft noch als Aufgabe der einzelnen Projektmanager oder eines Project Offices verstanden. Auch integrierte Steuerungssysteme sind Mangelware. In einer Studie der Universität Osnabrück wurden 48 Projektmanagement- Softwaresysteme einem Labortest unterzogen. Der überwiegende Teil dieser Lösungen ist aus Werkzeugen und der Sichtweise des Projektmanagers entstanden. Nur wenige Produkte bilden die Unternehmenssicht adäquat ab.
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2004, Seite 48 - 49. Alle Rechte vorbehalten.
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