Umfrageergebnisse der Fachgruppe IT-Projektmanagement (GI/GPM)
Von Dorothee Feldmüller, Andreas Frick, Siegfried Seibert
IT-Projekte sind von den Veränderungsprozessen in einer Organisation nicht zu trennen und müssen mit diesen gemeinsam geplant und gesteuert werden. In der Praxis findet eine solche integrierte Planung und Steuerung bisher aber nur selten statt. Dies ist eines der Ergebnisse einer Umfrage, die im Frühjahr 2004 von der verbandsübergreifenden Fachgruppe IT-Projektmanagement von GI (Gesellschaft für Informatik) und GPM durchgeführt wurde. In der Umfrage stand die Verzahnung des IT-Projektmanagements mit der Informationstechnik einerseits und dem Veränderungsmanagement andererseits im Vordergrund. Insbesondere sollte geklärt werden, welche Kompetenzen erfolgreiche IT-Projektleiter aufweisen und ob der Erfolg von IT-Projekten allein mit den Instrumenten des anwendungsneutralen allgemeinen Projektmanagements zu erreichen ist oder ob andere Kompetenzen hinzukommen müssen.
An der Befragung nahmen 127 Personen teil, alle mit Projekterfahrung. Dabei haben 94 % der Befragten eine meist mehrjährige Projektleitungserfahrung vorzuweisen. 65 % sind Entscheider über Projekte. Die Mehrzahl der Teilnehmer waren akademisch vorgebildet (Universität, Fachhochschule, Promotion), wobei die Fachrichtungen Informatik und Betriebswirtschaft am häufigsten vertreten waren.
Qualifikation „on the Job“ dominiert
Interessant war zunächst die Frage, wo die Befragten die Qualifikation für ihre Tätigkeit erworben haben. Die Antworten geben Aufschluss über bestehende Ausbildungswege für IT-Projektleiter und deren jeweilige Bedeutung. Während IT-Qualifikationen zum großen Teil im Studium erworben wurden (65 % der Befragten), spielt die Hochschulausbildung für die Projektmanagement- Qualifikation nur eine geringe (28 %), für die Qualifikation im Veränderungsmanagement sogar eine absolut untergeordnete Rolle (13 %). Die höchste Bedeutung hat in allen Bereichen der Erwerb von Qualifikationen „on the Job“ (mehr als 80 %), durch Seminare (50 %) und durch Selbststudium (50 %), wobei diese Wege für die Projektmanagement-Qualifikation mit 90 % „on the Job“ und jeweils 60 % für Seminare und Selbststudium sogar noch eine deutlich höhere Verbreitung haben als für die Qualifikationen in Informatik und Veränderungsmanagement. Eine Projektmanagement- Ausbildung, wie sie z. B. die GPM mit dem Projektmanagement- Fachmann anbietet, haben 28 % der Befragten durchlaufen. Auffallend war, dass im Bereich des Veränderungsmanagements alle aufgeführten Qualifikationswege durchweg weniger häufig beschritten wurden als in Informatik und Projektmanagement. 10 % der Befragten gaben sogar an, im Veränderungsmanagement überhaupt keine Qualifikation zu besitzen.
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2004, Seite 42 - 44. Alle Rechte vorbehalten.
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