Projektmanagement im Spiegel der Zeit - Teil 4
Von Siegfried Seibert
2004 wird die GPM 25 Jahre alt. Seit 1979 hat sie die Entwicklung des Projektmanagements in Deutschland maßgeblich gestaltet. Zeit für einen Rückblick über die Geschichte des Projektmanagements und einen Ausblick in die Zukunft. Im abschließenden vierten Teil unserer Serie soll nun der Blick auf die zukünftige Entwicklung gewagt werden. Hierzu wird zunächst ein Überblick über jüngere Veröffentlichungen auf diesem Gebiet gegeben. Anschließend beantworten sechs Projektmanagementexperten aus den deutschsprachigen PM-Verbänden und aus führenden Hochschulen daraus abgeleitete Fragen zu solch unterschiedlichen Themen wie Globalisierung, Qualifizierung und Zertifizierung, PM-Methoden, Verbreitung und Standardisierung des PM und „agiles “ Projektmanagement.
In den vergangenen Jahren haben sich eine Reihe von Veröffentlichungen mit dem Stand und mit künftigen Entwicklungslinien des Projektmanagements beschäftigt, teils mit optimistischem, teils aber auch mit sehr kritischem Tenor.
Die veröffentlichten Thesen zur Entwicklung des PM können hierbei zu drei Szenarien gruppiert werden:
- Weitere Professionalisierung des Projektmanagements
- Zunehmende „Projektitis “mit immer mehr kleinen und kleinsten Projekten
- Enttäuschung und PM-Niedergang
Die drei Szenarien wurden vom Verfasser im Frühjahr 2003 nach einer umfangreichen Sichtung der dazu vorliegenden Veröffentlichungen ausgearbeitet. Die Beurteilung der Eintrittswahrscheinlichkeiten erfolgte im Rahmen einer Strategiesitzung durch Vorstand und Kuratorium der GPM, ebenfalls im Frühjahr 2003.Jedes der Szenarien ist in der aktuellen Projektpraxis beobachtbar, die Entwicklungen können also durchaus parallel auftreten. Ob sich die angegebenen Eintrittswahrscheinlichkeiten so realisieren, d.h. welches Szenario stärker und welches schwächer die zukünftigen Entwicklungen bestimmen wird, hängt nicht zuletzt auch davon ab, wie die im Projektmanagement tätigen Akteure agieren werden. Es liegt also auch an den im Projektmanagement Tätigen selbst, ob es das Projektmanagement in zehn,20 oder 30 Jahren noch geben wird, wie es dann aussehen wird und welchen Einfluss es haben wird. Um hierzu den am Fortkommen des Projektmanagements interessierten Stakeholdern Denkanstöße zu liefern, seien im Folgenden die hinter den Szenarien stehenden Untersuchungen und Hauptüberlegungen näher erläutert.
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2004, Seite 3 - 11. Alle Rechte vorbehalten.
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