Das Thema Projektportfolio-Management liegt derzeit in der Luft: Das bestätigte die hohe Zahl von ca.120 Teilnehmern bei der GPM-Expertentagung „Projektportfolio- und Programm-Management (PPM)“am 6./7.Mai in Fulda. Die Tagungsleitung lag bei Prof. Hasso Reschke, Fachhochschule München, und Camapana &Schott Realisierungsmanagement, Frankfurt am Main, Fachleute aus Unternehmen wie Porsche, Infineon, Tchibo, Nokia, Pirelli, Hannover Rück, Bosch und Fraport berichteten in Vorträgen und Workshops aus ihrer Erfahrung.

Praktisch ausverkauft: 120 Teilnehmer bei GPM-Expertentagung in Fulda (Foto: Hasso Reschke)
In Keynote-Vorträgen von Dr.Sven Lorenz, CIO bei Porsche, und Dr. Markus Pfannmüller, Infineon Technologies, wurde deutlich, dass insbesondere bei IT-Projekten eine durchgängige Steuerung von der Projektportfolioplanung über die Durchführung der einzelnen Projekte bis zum laufenden IT-Betrieb erforderlich ist. Von zentraler Bedeutung für den Erfolg sind dazu die Etablierung eines Project Management Office (PMO),das Aufsetzen eines systematischen Einführungsprojekts für das PPM und übergreifende Kommunikationsanstrengungen.
In fünf Workshops berichteten 20 weitere Experten über strategische Komponenten und die Einführung von PPM, Programm- und Projektmanagement-Offices, IT-Lösungen für das PPM sowie Kosten- und Ressourcenaspekte im PPM. Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Die Planung und Steuerung des Projektportfolios von Forschungs- und Entwicklungsprojekten sind nur auf Basis zuverlässiger Prognosen möglich. In diesen Prognosen sollte neben Markt- und Technologietrends auch die aktuelle strategische Unternehmensausrichtung berücksichtigt werden.
- Große Unternehmen kommen ab einem gewissen Punkt nicht mehr darum herum, ihre PPM-Prozesse klar zu definieren. Zentrale Vorraussetzung dafür ist ein hoher Projektmanagement-Reifegrad. Um sich schnell ein Bild darüber zu machen, ob im Unternehmen die Voraussetzungen für ein funktionierendes Projektportfolio-Management gegeben sind, sind PM-Diagnosesysteme,wie das GPM-System PM-Delta, ein nützliches Hilfsmittel.
- Projekt- und Portfoliomanagement können mit „separaten “oder mit „integrierten “IT-Lösungen realisiert werden. Der Trend geht in Richtung integrierter Lösungen wie MS Project/ Enterprise oder SAP xRPM. Solche Systeme stellen zwar zunächst höhere Anforderungen, bieten jedoch vertrauenswürdigere Informationen, einen effizienteren Informationsfluss und kürzere Reaktionsgeschwindigkeiten.
Tagungsdokumentation: Campana & Schott, Iris Belz, Tel.:0 69/97 78 83-0, E-Mail: iris.belz@campana-schott.com.
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2004, Seite 50. Alle Rechte vorbehalten.