„Budapester Brückenschlag“ für Projektmanager aus aller Welt
Von Oliver Steeger
Mit einem Mammutprogramm von rund 180 Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden startete am 19. Juni der „18. IPMA World Congress on Project Management“. Knapp 600 Teilnehmer aus 40 Nationen waren nach Budapest gereist, um neue Erkenntnisse aus dem Projektmanagement zu gewinnen. Der Höhepunkt: Auf einer Gala verlieh die IPMA den diesjährigen International Project Management Award an ein Team von T-Systems Spain – begleitet von einem Feuerwerk vor der Uferpromenade der Donaustadt. „Cross Cultural Networking“ hatten die ungarischen Gastgeber ihre Veranstaltung überschrieben. Das Motto war nicht nur roter Faden für das Informationsangebot, sondern auch ein treffendes Wort für die Budapester Kongressatmosphäre.

Keynote-Speaker Prof. Ervin László,
2004 für den Friedensnobelpreis nomi-
niert, richtete das Wort an die
Projektmanager aus aller Welt
(Foto: Oliver Steeger)
Über Jahrhunderte trennte die Donau Budapest in die Stadtteile Buda auf dem Ostufer und ins westliche Pest. Erst der schottische Ingenieur und „Projektleiter“ Adam Clark baute den Ungarn 1849 eine feste Donaubrücke aus Stahl. Die Stadt schmolz zusammen. In der ungarischen Hauptstadt schlug jetzt der IPMA-Weltkongress eine ähnliche „Brücke“ zwischen Ost und West. Westliche Projektmanager ließen sich von der Euphorie und Aufbruchstimmung ihrer Kollegen beispielsweise aus der Slowakei, aus Polen, aus Slowenien, Litauen und Ungarn anstecken. Diese präsentierten nicht ohne Stolz ihre ersten Erfahrungen, etwa die mit der PM-Qualifizierung in Lettland und in Slowenien oder mit einem Projekt der Bank of Albania. „In diesen Ländern herrscht eine Aufbruchsstimmung, die ich mir für den Westen manchmal wünsche“, bemerkte ein Kongressteilnehmer. Die Projektmanager aus dem Osten wiederum machten sich mit den Erfahrungen aus dem Westen bekannt, studierten vorgestellte Spitzenprojekte, neue Tools und aktuelle Trends. Ein Geben und Nehmen, ganz im Sinne des Kongress-Mottos „Cross Cultural Networking“.
In diesem Networking der Nationen zeigte auch die GPM Flagge. Vier der derzeit sieben GPM-Vorstände sowie zwei Kuratoriumsmitglieder standen dem Publikum am GPM-Stand Rede und Antwort. Immerhin: Mit rund 180 Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden bot das achtzehnte IPMA-Welttreffen ein gewaltiges Programm – gegliedert in die Streams „PM in multikultureller Umgebung“, „Herausforderungen im Projektmanagement“, „PM in der Europäischen Union“, „Innovationen in Projekten, Programmen und Portfolios“ sowie „Best practices“. Unter dem Strich aber zog sich das interkulturelle Projektmanagement wie ein roter Faden durch das gesamte Informationsangebot; es schien Referenten wie Teilnehmer am meisten zu bewegen. „Ich bin überzeugt, dass beim Projektmanagement die Integration der Kultur vor Ort in die Geschäftsstrategie heute von enormer Bedeutung ist“, gab IPMA-Präsident Miles Shepherd seinen Kollegen mit auf den Weg.
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2004, Seite 8 - 10. Alle Rechte vorbehalten.
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