Von Siegfried Seibert

Mit der vorliegenden Ausgabe von projektMANAGEMENTaktuell greifen wir gleich mehrere aktuelle Themengebiete auf.

Projektmanagement ist an und für sich schon keine einfache Sache. Aber wenn man nationale Grenzen hinter sich lässt und internationale Projekte bearbeitet, ist eine Vielzahl neuer Herausforderungen zu meistern. Nicht nur die fremde Sprache, sondern auch die Art und Weise, wie sich Projektmitarbeiter verhalten, welche Ergebnisse sie anstreben und welche Erwartungen ihrem Verhalten zugrunde liegen, all das unterscheidet sich teilweise fundamental von den Erfahrungen, wie man sie von zu Hause her kennt. Auch erfolgreiche Unternehmen stoßen bei ihren internationalen Projekten immer wieder auf derartige Probleme. Nicht von ungefähr hat die IPMA bei ihrem diesjährigen Weltkongress im Juni in Ungarn das Thema „Cross Cultural Networking“ in den Mittelpunkt gestellt. Über diesen wichtigsten internationalen PMEvent des Jahres berichten wir in einer Reportage von Oliver Steeger.

Bereits seit mehreren Jahren beschäftigt sich darüber hinaus die GPM-Fachgruppe „IPA NEMA“ mit den besonderen Problemen der internationalen Projektarbeit. In Heft 1/2002 von projektMANAGEMENTaktuell hatten wir bereits ausführlich über diese aktive GPMFachgruppe berichtet. Mitglieder der Gruppe haben jetzt ihr Wissen auf diesem Gebiet niedergeschrieben und eines der ersten Fachbücher zum internationalen Projektmanagement herausgebracht. In einer Sammlung kleiner Beiträge geben die Autoren Hans-Erland Hoffmann, Anja Walter, Yvonne-Gabriele Schoper, Conor John Fitzsimons und Klaus Wagenhals eine Einführung in ihre Publikation, mit der eine wichtige Lücke im Projektmanagement- Buchmarkt geschlossen werden soll.

Entwicklungslinien im Projektmanagement der vergangenen 15 Jahre werden im dritten Teil unserer Serie zur Geschichte des Projektmanagements nachgezeichnet. Ein wichtiger Trend ist die zunehmende Verbreitung des Projekt-Portfoliomanagements in projektorientierten Unternehmen. Mit konzeptionellen und methodischen Aspekten des Projekt-Portfoliomanagements haben wir uns in den letzten Jahren schon in mehreren Beiträgen beschäftigt, ohne dass ein Ende der Entwicklung abzusehen wäre. Im vorliegenden Heft stellt Franz Fischer ein Entscheidungsmodell vor, mit dem die Risiken in alternativen Projekt-Portfoliokonstellationen analysiert und minimiert werden können. Das Verfahren arbeitet mit qualitativen Punktebewertungen und ist auf eine Anwendung in sehr frühen Projektstadien ausgerichtet, in denen noch keine Arbeitspaketbeschreibungen existieren. Durch die Anforderungen, die sich aus dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) und aus den geplanten Regelungen von Basel II an das Risikomanagement ergeben, ist die Einbeziehung von Risikoanalysen in das Projekt-Portfoliomanagement fast schon zwingend, und Fischer liefert dazu eine einfach anwendbare Vorgehensweise.

Mit einer ganz anderen Thematik beschäftigt sich unser Hauptbeitrag in der Rubrik Karriere. Projektarbeit ist in der Regel eine tolle Sache, sie fördert die Motivation, ist interessant und herausfordernd. Ein Punkt, der unter Projektmanagement-Enthusiasten dabei leider häufig übersehen wird: Projektarbeit bringt für die Beteiligten aufgrund des Zeitdrucks und des häufig wenig bekannten Terrains auch psychische und emotionale Belastungen mit sich, die vielfältige Formen von Stress auslösen können. Diese Problematik, die jedem Projektleiter bewusst sein sollte, wird von Manfred Mühlfelder von der Audi-Akademie unter die Lupe genommen. Seiner Empfehlung, dass Stressprävention auch in die Curricula der Ausbildung von Projektmanagern einfließen sollte, kann man nur zustimmen.

Am Ende noch ein Hinweis in eigener Sache: Seit Anfang dieses Jahres hat projektMANAGEMENTaktuell ein verändertes Gesicht, und die Struktur der Themen wurde aktualisiert. Auch in Zukunft möchten wir das GPM-Fachmagazin für Projektmanagement entsprechend den Wünschen unserer Leser weiter verbessern. Dazu liegt dieser Ausgabe ein Fragebogen für ein Leser- Feedback bei, um dessen Bearbeitung wir Sie bitten. Das Ausfüllen und die Rücksendung des Leser-Fragebogens nehmen nur wenige Minuten in Anspruch, lohnen aber doppelt. Zum einen werden Ihre Bewertungen und Anregungen von der Redaktion aufgenommen und zu Ihrem Nutzen umgesetzt. Zum anderen erhält jeder Rücksender des Fragebogens vom Verlag ein Exemplar des aktuellen TÜV-Auto-Reports mit einem der fundiertesten Qualitätsvergleiche der auf dem deutschen Markt angebotenen Automobile.

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2004, Seite 2. Alle Rechte vorbehalten.



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