Zum Artikel „Wie Entwicklungsprojekte vor dem Scheitern bewahrt werden“, Heft 1/2004, Seiten 18 –25, schrieb Dr. Thomas Schlereth, Vorstandsvorsitzende der cando AG, München:

Wie Hersteller von Projektmanagementsoftware auf dieses Problem reagieren können!

Die primäre Aussage des Beitrages von Meinders/Gutberlet kann zusammengefasst werden mit dem kurzen Satz:„Die gesamte Projektplanung entspricht weder der aktuellen noch der zu erwartenden Realität.“ Sie ist ein Wunschdenken, das von einem optimalen Ablauf der Zukunft ausgeht. Fehler oder Probleme können nur entstehen, wenn diverse Aktivitäten vergessen oder nicht ausreichend mit Kapazitäten versehen wurden. Durch diese tausenden von Arbeitsschritten, Unmengen von Berichten, Texten und endlosen Gesprächen soll nur eines vermittelt werden: Sicherheit (manchmal ist es auch nur Zuversicht). Hier wird eindeutig „Masse statt Klasse “ produziert, das Prinzip „Viel hilft viel “ angewandt und durch möglichst vollständige Berichte an Entscheider der eigene Sicherheitsgurt angelegt.

Das Management wird nicht mit der Möglichkeit „das wissen wir jetzt noch nicht “ oder „das lässt sich zum heutigen Zeitpunkt nicht oder nur sehr vage vorhersehen “ konfrontiert. So treffen während der wichtigsten Zeit eines Projektes, der Planungsphase, zwei Faktoren aufeinander. Zum einen der Planer, der durch eine möglichst detaillierte und umfassende Planung das Gefühl oder den Eindruck der absoluten Risikominimierung erweckt, und zum anderen der Manager, der genau das erwartet und fordert. Meinders und Gutberlet verweisen auf fehlende Flexibilität der Planungstools. Dies führt, kombiniert mit geringem Sachverstand bei Projektdesign und Projektstrukturierung, dazu, dass meistens keine Werkzeuge eingesetzt werden. Konfrontiert mit diesem Umstand hat cando vor vier Jahren begonnen, ein Verfahren zu entwickeln, das mit der Ungenauigkeit, die einer jeden Planung wie Pech anhaftet, umzugehen versteht. Dabei wird nicht von einer permanent gleich bleibenden Akkuratesse ausgegangen, vielmehr davon,d ass eine Aktivität in der Zukunft sowohl zeitlich wie finanziell unpräzise angegeben werden kann, eben weil sie es ist.

Das Programm informiert den Anwender über die Wahrscheinlichkeit, mit der die Planung eintritt. Eine solche Risiko-oder Wahrscheinlichkeitsberechnung ist näher an der Realität als scheinbar präzise Pläne. Auch das Problem der viel zu umfangreichen Planung wird etwas verringert. Bei dem im Beitrag geschilderten Maut-Projekt hätte cando sehr früh eine rote Lampe gezeigt. Das haben die in dem Projekt verwendeten Systeme sicher auch getan, nur sie wurden möglicherweise ignoriert oder zumindest falsch interpretiert.

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2004, Seite 32. Alle Rechte vorbehalten.
Mehr zum Thema: PM Software



---> Zum Inhaltsverzeichnis von PMaktuell - Heft 2/2004

GPM-Mitglieder erhalten ein kostenfreies Abonnement von projektMANAGEMENTaktuell.
Informieren Sie sich über die Vorteile der GPM-Mitgliedschaft

Anregungen?
Wenn Sie Anregungen zur Online-Ausgabe von PM aktuell haben oder Fehler entdecken, senden Sie bitte eine Nachricht an
PM-Qualifizierung
auf hohem Niveau

Weitere Info...

↑↑↑     --     Impressum | Sitemap | Login Redaktion     --     ↑↑↑ Kontakt | \

Powered by pmwiki-2.1.26 - Optimiert für Bildschirmauflösungen ab 1024 x 768