Projektmanagement im Spiegel der Zeit – Teil 2

Von Astrid Pfeiffer

2004 wird die GPM 25 Jahre alt. Seit 1979 hat sie die Entwicklung des Projektmanagements in Deutschland maßgeblich gestaltet. Zeit für einen Rückblick über die Geschichte des Projektmanagements und einen Ausblick in die Zukunft. Im zweiten Teil unserer Serie betrachten wir den Zeitraum von 1965 bis 1985. Ihn prägten international intensive Bemühungen, Projektmanagementmethoden aus der Raumfahrt auf andere Branchen zu übertragen. Deutschland versuchte, seinen Rückstand gegenüber den USA auf dem Gebiet des Projektmanagements aufzuholen.


Garmisch-Partenkirchen 1979: Erster Projektmanagement-Weltkongress der IPMA (damals noch INTERNET) in Deutschland und Auslöser für die Gründung der GPM. (Foto: Hasso Reschke)


Ein Ereignis, das aus Sicht des Projektmanagements bis heute nachwirkt, leitete die Zeitspanne von 1965 bis 1985 ein: Die Gründung der International Project Management Association (IPMA). Manager internationaler Projekte riefen 1965 eine Diskussionsgruppe ins Leben, in der sie Erfahrungen und Meinungen austauschten. 1967 veranstaltete die Organisation – bis 1994 unter dem Namen INTERNET firmierend – in Wien die erste internationale Projektmanagement-Konferenz, zu der Teilnehmer aus 30 Ländern anreisten. Seither entwickelte sie sich zu einem effektiven Netzwerk nationaler Projektmanagement- Gesellschaften weiter. Heute vereinigt die IPMA über 30.000 Mitglieder aus mehr als 30 nationalen Projektmanagement-Organisationen in Europa, Afrika und Asien unter einem gemeinsamen Dach. Ihre Aufgabe ist es, professionelles Projektmanagement mit Blick auf die spezifischen kulturellen Belange ihrer Mitglieder zu fördern. Außerdem pflegt die IPMA den Kontakt zu ihren Schwesterorganisationen in den USA, Australien.

In den 60er und 70er Jahren waren die meisten Unternehmen noch weit davon entfernt, den Nutzen des Projektmanagements zu erkennen. Man fragte sich: Lassen sich Managementtechniken und Organisationsformen aus der Raumfahrt wirklich auf andere Branchen übertragen? Und wenn ja: Nutzen die Unternehmen diese Chance? Die Universität von Denver untersuchte dies 1971 im Auftrag der Raumfahrtorganisation NASA. Das Ergebnis: Kaum mehr als die Hälfte der 25 überprüften Methoden hatten in anderen Industriezweigen Fuß gefasst (Madauss, Bernd J.: „Handbuch Projektmanagement“,5. Auflage).

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2004, Seite 3 - 7. Alle Rechte vorbehalten.



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