Ein kostenfreies Online-Assessment für Projektmanagement bietet „Primavera Systems“ auf seiner Homepage (http://www.primavera.com/ProjMgntMM/PMMM_index.asp). In neun Schritten werden Selbsteinschätzungen zur Reife des Projektmanagements erfragt. Danach ermittelt der Schnelltest in englischer Sprache den „Project Management Maturity Average“ und präsentiert dazu die Vergleichswerte von rund 130 Unternehmen. Das Assessment liefert eine Groborientierung zu Fragen nach Stärken und Schwächen des Projektmanagements, zu Verbesserungsfeldern und zum Vergleich mit anderen Unternehmen. Pate für den Schnelltest stand das „Project Management Maturity Model (PMMM)“ von Professor Harold Kerzner, einem der bekanntesten akademischen Vertreter des PM in den USA. Sein in vielen Auflagen erschienenes Lehrbuch ist im Sommer als deutsche Ausgabe erscheinen. Beim Assessment beziehen sich die Fragen auf neun Bereiche (Project Integration Management, Project Scope Management, am ehesten mit Projektdefinition zu übersetzen, Project Time Management, Project Cost Management, Project Quality Management, Project Human Resource Management, Project Communications Management, Project Risk Management und Project Procurement/ Vendor Management, zwei Termini, die in Deutschland der Beschaffung und dem Vertragsmanagement entsprechen).
Bei der Selbstbewertung wird erfragt, inwieweit Prozesse aufgebaut sind, um Aufgaben und Aktivitäten in den Bereichen zu managen. Gemäß fünf Stufen (von „initial process“ bis „optimized process“) kann man den Stand seines Projektmanagements und Projektmanagement-Systems einordnen. Am Ende errechnet die Software bei diesem Test einen Wert, der den Reifegrad des Projektmanagements beschreibt. Vergleichswerte liefert der Datenfundus, den die Autoren aus rund 130 Unternehmen gewonnen haben. Demnach haben 34 Prozent der Unternehmen den untersten „Level eins“,weitere 36 Prozent den „Level zwei“ erreicht. Die beiden oberen Stufen erreichten fünf Prozent der Unternehmen (Level fünf) und neun Prozent (Level vier).Ähnlich detaillierte Angaben sind auch detailliert jeweils für die neun Bereiche genannt. Die Übersichtlichkeit und einfache Handhabung des Schnelltests ist seine Stärke –und auch seine Schwäche. Er bietet in engerer Anlehnung an CMM einen ersten Zugang zum Self-Assessment und Benchmarking, das man mit feineren Instrumenten vertiefen kann. Nicht unproblematisch: Die Herkunft und die Aktualität des Datenmaterials, das dem Schnelltest zugrunde liegt, sind offen.
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2003, Seite 34. Alle Rechte vorbehalten.
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