Vergleichende Analyse der Universität Osnabrück

Von Heinz Schelle

Die folgende kritische Darstellung basiert auf den nachstehend zitierten Studien. Nach Meinung des Berichterstatters sind die Arbeiten von Ahlemann ein ganz erheblicher Fortschritt in der bislang eher unzureichenden Behandlung des Themas „Software zur Unterstützung des Projektmanagements”. Ahlemann, F.: Comparative Market Analysis of Project Management Systems. University of Osnabrück. Chair of Business Administration/ Organization and Information Systems. Herausgeber: Prof. Dr. Hoppe, http://www.pmstudie.de (Die Studie wurde im Januar 2003 abgeschlossen.) Ergänzend wurde folgende Publikation für die Besprechung hinzugezogen: Ahlemann, F.: Das M-Modell – Eine konzeptionelle Informationssystemarchitektur für die Planung, Kontrolle und Koordination von Projekten (Projekt-Controlling), Januar 2003. Soweit Ahlemann hier deutsche Termini anbietet, wurden sie für die Übersetzung der Begriffe der Hauptstudie verwendet.

Mängel bisheriger Studien

Befriedigende vergleichende Studien der am Markt verfügbaren Software sind, wie oben schon betont, höchst selten. Wer Rat sucht, wird auf viele Mängel stoßen. Einige dieser Mängel sollen einleitend kurz dargestellt werden, um die Studie von Ahlemann daran zu spiegeln:

  • Das Angebot ist sehr unübersichtlich, die Versionen folgen schnell aufeinander. Einmal angestellte Marktanalysen werden nicht aktualisiert und veralten deshalb rasch.
  • Eine einsichtige Kategorisierung der Software fehlt in der Regel. Aus dem Lebensweg eines Projekts bzw. eines Programms von der ersten Idee bis zum Abschluss und zur Entlastung des Projekt- bzw. des Programm-Managers wird für die Softwareunterstützung zumeist nur ein kleiner Ausschnitt (meist die detaillierte Planung und Kontrolle mit Netzplantechnik) gewählt.
  • Daraus resultiert, dass häufig nur Programmsysteme untersucht werden, deren Kern die Unterstützung der Netzplantechnik ist.
  • Umfangreiche Kriterienkataloge mit z. T. über 600 Einzelmerkmalen (Zahl der einplanbaren Vorgänge und Zahl der einem Vorgang zuordenbaren Einsatzmittelarten, um nur zwei Beispiele zu nennen) lassen den potentiellen Benutzer den „Wald vor lauter Bäumen“ nicht mehr sehen und erschweren ihm eher die Entscheidung für ein Programmsystem, als dass sie ihm helfen.
  • Eigenschaften, die für die Praxis zumeist völlig irrelevant sind (einem Vorgang können z. B. bis zu 100 Einsatzmittelarten zugeordnet werden, oder für jeden Vorgang kann ein anderer Kalender definiert werden), werden mangels Vertrautheit mit der Praxis hoch bewertet.
  • Dass es für die Software verschiedene Zielgruppen gibt, wird nicht berücksichtigt.

Natürlich muss auch der Verfasser dieser Studie mit dem Problem der Aktualisierung fertig werden. Nach seiner Auskunft ist eine turnusmäßige Neuauflage des Marktvergleichs geplant.

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2003, Seite 35 – 39. Alle Rechte vorbehalten.
Mehr zum Thema: Benchmarking, PM Software



... Weiterlesen in PDF-Ausgabe (Für registrierte GPM-Mitglieder)

---> Zum Inhaltsverzeichnis von PMaktuell - Heft 4/2003

GPM-Mitglieder erhalten ein kostenfreies Abonnement von projektMANAGEMENTaktuell.
Informieren Sie sich über die Vorteile der GPM-Mitgliedschaft

Gesamter Beitrag
Acrobat Reader ab 5.0 erforderlich! Download für Mitglieder der GPM
Anmeldung mit Ihrer Mitgliedsnummer (Nähere Hinweise)
Anregungen?
Wenn Sie Anregungen zur Online-Ausgabe von PM aktuell haben oder Fehler entdecken, senden Sie bitte eine Nachricht an
PM-Qualifizierung
auf hohem Niveau

Weitere Info...

↑↑↑     --     Impressum | Sitemap | Login Redaktion     --     ↑↑↑ Kontakt | \

Powered by pmwiki-2.1.26 - Optimiert für Bildschirmauflösungen ab 1024 x 768