„In einigen Bereichen noch gravierender Nachholbedarf“
Von Oliver Steeger
Kai M. Morscheck ist Co-Autor des „Severn Project Assessment Benchmarking Report 2003“. Der 41-jährige Bankfachmann und Management-Experte beobachtet die Finanzdienstleistungsbranche seit über zwanzig Jahren. Der Frankfurter war bei Commerzbank, Hypo- Vereinsbank Luxembourg, etb, KPMG Consulting sowie Brokat Technologies tätig. Heute ist er Senior Manager bei Severn Consultancy in Frankfurt, einer Unternehmensberatung, zu deren Mandanten Allianz, Dresdner Bank, Crédit Suisse, Morgan Stanley und SEB gehören.
Die Ergebnisse Ihrer Studie scheinen in einigen Punkten überraschend ...
... ja, vielleicht. Für den Außenstehenden mag das gelten. Letztlich passen die Ergebnisse aber gut in unsere eigenen Beobachtungen der letzten Zeit.
Also nichts Neues unter der Sonne?
Die Studie erhärtet viele individuelle Beobachtungen. Fakt ist, dass das Projektmanagement auf dem Finanzdienstleistungssektor einen kräftigen Schub bekommen hat und eklatant verbessert wurde. Beispielsweise haben die Bereiche Projektorganisation und Reporting einen hohen Standard erreicht.
... aber?
In einigen Bereichen herrscht durchaus noch gravierender Nachholbedarf. Dadurch ist das Projektmanagement insgesamt noch nicht konsistent.
Welche Bereiche sind dies?
Wir haben festgestellt, dass beispielsweise Risikomanagement in vielen Projekten zu kurz kommt. Notfallpläne liegen häufig vor, doch gibt es keine systematische Ermittlung von Risiken und entsprechende Vorsorge.
Angesichts von strengen Branchenregelungen, wie sie in Basel II verankert sind, wundert dies.
Ja und nein. Basel II verstärkt den Druck, hier etwas zu tun. Ohne Basel II wäre das Projekt-Risikomanagement noch deutlicher im Argen .
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2003, Seite 14 – 15. Alle Rechte vorbehalten.
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