Trotz „Quantensprung“ noch viele Einsparpotenziale
Von Oliver Steeger
Die bundesdeutschen Finanzdienstleister müssen sparen. Auch die Budgets für Projekte werden nicht vom Rotstift verschont. Die Institute erwägen, Projekte einzustellen, zu verschieben, gar nicht erst zu starten. Nur: Die Unternehmen tun sich dabei schwer, die Projekte, ausgerichtet an ihrer Geschäftsstrategie, zu priorisieren und zu managen. „Hier gibt es häufig unerkannte Einsparpotenziale“, betont Kai M. Morscheck, Senior Manager bei Severn Consultancy in Frankfurt. Sein Beratungsunternehmen, das sich auf die Geldbranche spezialisiert hat, stellt eine Benchmarking-Studie vor, in der die Qualität des Projektmanagements im Finanzdienstleistungssektor untersucht wird. Die gute Nachricht: Das Projektmanagement hat hier in den letzten Jahren einen gewaltigen Sprung nach vorn getan. Trotzdem, in einigen Bereichen muss die Branche noch Hausaufgaben nachmachen.
Es ist beeindruckend, welche Entwicklung das Projektmanagement auf dem Finanzdienstleistungssektor genommen hat“, unterstreicht Kai M. Morscheck, Berater und seit zwanzig Jahren selbst Bankfachmann. Sein im Frankfurter Phoenix-Haus residierendes Beratungsunternehmen Severn Consultancy wollte es genauer wissen und derlei Beobachtungen mit Zahlen untermauern. So entwickelte es eine Benchmarking- Studie. 44 präzise formulierte Thesen legten die Consultants Banken, Versicherungen, Bausparkassen und anderen Finanzdienstleistern vor. Im Sinne einer Selbsteinschätzung prüften die Unternehmen, inwieweit diese Thesen gemäß einer fünfstufigen Skala (von „absolut zutreffend“ bis „wenig oder gar nicht zutreffend“) für ihr Haus galten.
Auf dieser fünfstufigen Skala schnitten die Fortschrittskontrolle und das Reporting an die Geschäftsleitung mit einem Wert von 2,0 besonders gut ab. Die Projektmanagement- Grundlagen wurden mit einem Wert von 2,33, die Projektorganisation mit 2,35 eingeschätzt. Durchweg im „grünen Bereich“ bewegten sich auch die Werte für die Planung (2,63), für Umfang und Abgrenzung der Projekte (2,53) und Implementierung (2,60).
In der Rubrik „Toolunterstützung als integrativer Bestandteil“ (2,35) fällt die Selbsteinschätzung der Finanzdienstleister, so Kai M. Morscheck, wohl etwas zu positiv aus. Der Frankfurter Branchenkenner: „Hinter dieser Bewertung sehe ich eher den Wunsch als die Realität.“
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2003, Seite 11 - 13. Alle Rechte vorbehalten.
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