Sechs Produktionsetagen auf fünfzig Meter Höhe –der neue Wirkstoffbetrieb bei Boehringer Ingelheim ragt markant ins Rheintal am Taunus. Hier produziert Boehringer Ingelheim künftig mehr als zwanzig Wirkstoffe mit über hundert Produktionsstufen. Jährlich bis zu 1.000 Tonnen Pharma-Wirkstoffe und Zwischenprodukte soll die neue Anlage erstellen; rund 180 Millionen Euro hat sie gekostet. Ende 2004 soll der derzeit laufende Testbetrieb abgeschlossen sein. Doch nicht nur für die mittelrheinischen Pharmazeuten war der Bau ein Meilenstein. Mit ihm ertastete auch der Anlagenbauer Lurgi Life Science Technologies Neuland. „Lump sum turnkey“ nennt sich der Trend: In der Pharmazie-Branche nehmen Anlagenbauer zunehmend Großbauprojekte als Generalunternehmer in Angriff. „Der Auftragnehmer rückt damit in die Rolle eines General Planers und General Contractors“, meldet Lurgi, „er wickelt in Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber sowohl den Bau biotechnologischer Anlagen als auch den Bau von Anlagen für die chemische Wirkstoffherstellung ab.“

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2003, Seite 46. Alle Rechte vorbehalten.
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