Zweiundachtzig Fuß lang sollte die \"Alster-Sonne\" werden. Da mussten die schwäbischen Ingenieure - mit nautischen Maßen wenig vertraut - nachrechnen: 82 Fuß, das sind 26,53 Meter. Doch beim Rest des Auftrags aus Hamburg war das Projektteam schnell bei der Sache. Das weltgrößte Solarboot sollten sie binnen 100 Tagen in die Hansestadt liefern. Bis zu 16 Stunden würde das Fahrgastschiff auf den Hamburger Gewässern, allein durch Sonnenkraft getrieben, über das Wasser gleiten. 96 Photovoltaik-Module auf dem futuristisch wirkenden Schiffsdach sollten Sonnenlicht in maximal 8,4 Kilowatt Strom verwandeln.
Die Solartechniker der schwäbischen Vorzeige-Innovatoren Kopf AG waren über das Öko-Projekt schier begeistert. Verhalten dagegen die Schifffahrtsbehörde der Hansestadt: Wie können Ingenieure im Schwarzwald, die bestenfalls einen Fischteich vor der Tür haben, dieses Boot bauen? Nicht zuletzt ließ das durchdachte Projektmanagement sie Vertrauen fassen. Der Mittelständler wusste, was er zu tun hatte.
Ein Projekt, wie es im Buche steht: technisch und methodisch Neuland betreten - und das unter Termindruck. "Wir hatten am Anfang nicht mehr als eine Designstudie und die Festlegung technischer Leistungsdaten", berichtet Projektleiter Thilo Kläger. Karl-Wilhelm von Rotenhan (Wolfram Ott & Partner), der als Coach und Berater ins Team kam, ließ sich von der Vision schnell anstecken: "Das Innovative, die Herausforderung haben mich Feuer fangen lassen. Ich habe mich sofort gefragt, wie wir das stapellauffähige Boot an einem Stück vom Schwarzwald nach Hamburg transportieren können."
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2003, Seite 44 - 45. Alle Rechte vorbehalten.
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