WIP – Women In Projectmanagement
Oder: Welchen Nutzen haben Unternehmen, Organisationen, Behörden und einzelne Betroffene von einer stärkeren Präsenz der Frauen im Projektmanagement?

Von Ulrike Holzberger

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2002, Seite 23 - 26. Alle Rechte vorbehalten.
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Ob bundesweite oder internationale Veranstaltungen zum Thema Projektmanagement, Mitgliederzahlen und aktiv Tätige in der GPM (Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V.), Kongresse, Veröffentlichungen (Theorien, Praxis, Ratgeber), Weiterbildungs- veranstaltungen, Lehrstuhlbesetzungen an Universitäten oder Fachhochschulen, aktiv tätige Projekt leitende, Karrierepfade für Projektleitende – überall ist die Teilnahme und die Präsenz von Frauen unterdurchschnittlich. Das wirft folgende Fragen auf: Warum ist das so? Seit wann ist das so? Wieso wurde es bisher kaum bemerkt? Welche Folgen ergeben sich hieraus für beide Geschlechter? Welche Folgen hat das für Behörden, Unternehmen, Organisationen, Weiterbildungs- und Ausbildungsinstitutionen und Universitäten? Wer kann wie und wodurch diese Benachteiligung (Ungleichheit) ausgleichen? Welchen Nutzen hat jede/r von einer Veränderung? Oder soll alles so bleiben, wie es ist?

1. Der Ist-Zustand der Präsenz von Frauen im Projektmanagement –Zahlen und Fakten

Bei der Recherche nach genauen Fakten über die Präsenz von Männern und Frauen im Bereich Projektmanagement zeigt sich eine überraschende Situation. Es gibt kaum empirisches Datenmaterial zu diesem Thema. Es gibt keine Datenbanken in oder über Universitäten/ Fachhochschulen und auch fast keine empirischen Forschungsarbeiten. In Unternehmen gibt es nur Zahlen in den Personalabteilungen, wenn Projektmanagement als Karriereinstrument angewandt wird. Selbst in der GPM gibt es lediglich rudimentäres Zahlenmaterial. Alle weiteren Zahlen zu diesem Thema sind freundlicherweise in der Geschäftsstelle auf meine Anfrage erstmals erhoben worden. Das Nichtvorhandensein solcher Daten sagt viel aus.

Die im Folgenden dargestellten Ergebnisse können also lediglich einen ersten Trend zu diesem Thema darstellen. Fast schon zwingend ergibt sich hieraus für die Wissenschaft die Aufgabe, damit zu beginnen, das Geschlechterverhältnis im Bereich Projektmanagement weiter gehend zu erforschen.

1.1 Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V.

Von den mehr als 2.000 GPM-Mitgliedern sind nur 13% Frauen (Stand 2/2002). Lediglich bei den studentischen Mitgliedern ist der Frauenanteil mit 28 und 20%; von den bisher Zertifizierten sind 15% Frauen.

1.2 Aus den Unternehmen

Exemplarisch sind nun folgende Ergebnisse (Beispielzahlen aus der Automobilindustrie): Dort ergibt sich aus einem Teilbereich der Forschung und Entwicklung, der sicherlich auch übertragbar auf die anderen Unternehmensbereiche ist, folgendes Bild. Auf 1.000 männliche Projektleiter kommen fünf weibliche Projektleiterinnen. Mit diesen Zahlen lassen sich keine Aussagen zu geschlechterspezifischen Unterschieden in Bezug auf die Teilnahme unterschiedlicher PM-Trainingsinhalte treffen. Interessant ist an dieser Stelle, wer in diesen Unternehmen die Projektleitungen qualifiziert. Es gibt einen Pool aus internen und externen Trainern, die die gesamte Breite des Projektmanagementtrainings abdecken.


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