Prognose, Trendermittlung, Benchmarking
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2002, Seite 9 - 11. Alle Rechte vorbehalten.
„Nutzt die Erfahrungsdaten früherer Projekte“, fordern Verfechter der Projektvergleichstechnik. Geht es darum, Schwierigkeit und Güte eines Projekts zu messen, haben sie ein bestechendes Konzept entwickelt. Sie legen zusammenfassende Messzahlen vor, die sie aus vergangenen Projekten ermittelt haben – und heben die Projektbewertung auf eine sachliche Ebene. Sie lassen fundierte Zahlen sprechen, wenn andere mit Missverständnissen und ungewollten Kränkungen über die Güte eines soeben abgeschlossenen Projekts streiten. Bei der Projektvergleichstechnik geht es um nüchterne, aussagekräftige Zahlen – und auch darum, was am Ende „herumgekommen“ ist, wie es also um Budget, Termine und Qualität steht.
Die Erfahrungsdaten abgeschlossener Projekte nutzen? Aber ja, meinen Projektvergleichstechniker. Für sie liegt auf der Hand: Abgeschlossene Projekte sind eine wertvolle Informationsquelle. Fachmännische Vergleiche zwischen beendeten Projekten erbringen objektive Maßstäbe, die auch für neue Vorhaben nützlich sind. Die Daten, die in den Projektakten gesammelt sind, bilden ein breites Fundament für Benchmarking, Trendermittlung und Prognose.
Benchmarking: Wie schneidet ein bestimmtes Projekt im Vergleich ab? Was lässt sich daraus lernen? Wie schlägt sich der beschrittene Weg im Ergebnis nieder?
Trendermittlung: Sind die Projektergebnisse allgemein auf Kurs? Wie haben sie sich im Lauf der vergangenen Jahre entwickelt? Stimmt der projektübergreifende Trend mit den Unternehmenszielen überein?
Prognose: Die Prognosen unterstützen die Projektplanung. Fundierte Erfahrungswerte helfen, Budgets zu planen sowie die Termine der Meilensteine zu setzen. Beispielsweise: Wie lange würde ein Tunnelbau im Vergleich mit anderen Projekten dauern? Was wären angemessene Kosten, wie gut würde die Qualität abschneiden – immer ermittelt am Maßstab anderer Projekte? Kurz: Wo werden die entscheidenden Werte eines Projekts – nach aller Erfahrung – liegen?
Solche Methoden zur Prognose setzen US-Unternehmen seit den sechziger Jahren ein. Einige tausend Unternehmen in den USA nutzen sie heute zur Kostenschätzung. Europäische Unternehmen zogen zehn bis zwanzig Jahre später nach und entwickelten auch einen breiteren Ansatz. Dennoch, die Projektvergleichstechniker wirkten hierzulande bislang im Stillen. Jetzt aber hat sich eine GPM-Fachgruppe dieses Themas angenommen und auch kostenlose Anwendersoftware zum Benchmarking mit Projektvergleichstechnik bereitgestellt.
Zielmerkmale und Parameter
Experten empfehlen Einsteigern in die Projektvergleichstechnik, zuerst ihre vorhandenen Daten nach untereinander ähnlichen Projekten zu ordnen, dann nach Zielmerkmalen und Parametern. Das sind Begriffe der Projektvergleichstechnik. Zielmerkmale sind die wählbaren Größen, die die wichtigsten Eckwerte des Projekts beschreiben, beispielsweise Projektdauer, Projektkosten, möglicherweise Reparaturkosten und Betriebskosten des Objekts – also bedeutsame Anforderungen an das Projekt, die auf den Ablauf, die Wirtschaftlichkeit und die Qualität zielen.
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