9a407bfa-4d5b-453d-9b60-3ae4a505de7cTrueISBN3472043733LargeBooks
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2002, Seite 41. Alle Rechte vorbehalten.
Vorweg und nicht als Entschuldigung gedacht: Es ist im Rahmen einer Besprechung in dieser Zeitschrift kaum möglich, dem umfang- und materialreichen Werk auch nur annähernd gerecht zu werden. Deshalb kann auch nur in Ansätzen versucht werden, dem Leser einen Eindruck zu vermitteln, was ihn erwartet. Wulffen, der von 1994 bis 1999 in dem Umweltprojekt „Braunkohlensanierung“ – nach seinen Angaben das größte Umweltprojekt der Bundesrepublik – große Erfahrungen sammeln konnte, befasst sich mit den Aufgaben eines professionellen Liegenschaftsmanagements für die Planung und Steuerung von Sanierungsmaßnahmen, der Projektentwicklung von Standorten sowie der Projektsteuerung und Verfolgung der Verwertung von Immobilien, Flächen und Sanierungsobjekten. Da die Aufgabenstellung aus technischer, kaufmännischer und rechtlicher Sicht behandelt wird, enthält das Buch natürlich nicht nur die klassischen Projektmanagementthemen, der Projektmanagementanteil ist aber so erheblich, dass eine Rezension hier gerechtfertigt erscheint.
In 12 Kapiteln behandelt der Autor folgende Themen:
- Aufgaben und Arbeitsbeziehungen der Verwertung von Liegenschaften
- Grundsätze und Leitlinien für die Verwertung von Liegenschaften
- Sanierungsplanung und -controlling von Liegenschaften
- Projektentwicklung von Standorten
- Vermietung und Verpachtung von Liegenschaften
- Ankauf und Anpachtung von Liegenschaften
- Sicherung von Dienstbarkeiten
- Kommunalisierung von Liegenschaften
- Management-Informations-System „Verwertung von Liegenschaften“ (LMIS)
- Internetführer „Verwertung von Liegenschaften“, ein Kapitel, in dem u.a. das Internet als Online-Immobilienmarkt behandelt wird.
Neben dem schon oben erwähnten LMIS werden noch zwei weitere computergestützte Systeme dargestellt, nämlich SIS (Aktive Projektsteuerung von Sanierungsmaßnahmen) und CMS (Claim-Management-System). Wo immer man das Buch aufschlägt und stichprobenartig in die Tiefe geht, findet man sehr soliden Grund, um in der Sprache der Thematik des Buches zu bleiben. Musterverträge, Ablaufpläne, Meilensteinpläne, Aktivitätenlisten, Muster für Berichtsformate, Aufgabenkataloge und Hilfestellungen für Wirtschaftlichkeitsberechnungen, um aus der Fülle des Materials nur einige Beispiele hervorzuheben, werden dem Leser für seine eigene Arbeit angeboten.
Wer nun befürchtet, in dem Werk den Überblick zu verlieren, der kann beruhigt werden. Wulffen hat durch sehr klare Übersichten zu Beginn des Buches sowie am Anfang jedes Kapitels, durch eine Zusammenfassung und einen Ausblick, durch eine systematische Zusammenstellung der Abbildungen und schließlich durch ein ausführliches Stichwortverzeichnis alles getan, um dem Ratsuchenden die Informationsgewinnung so einfach wie nur möglich zu machen.
Das Werk ist in der Flut der Neuerscheinungen, die häufig sehr schnell auf den Markt geworfen werden, um am Boom der Projektmanagementliteratur teilzuhaben, ein außerordentlich erfreuliches Produkt. Die sorgfältige Gestaltung (sehr zu loben z. B. auch das Literaturverzeichnis, das nur zu oft schlampig zusammengestellt wird) könnte Vorbild für andere Publikationen sein. Vor allem aber sollte das Werk Manager und Projektbeteiligte, die vor ähnlichen Aufgaben stehen, davon abhalten, das „Rad neu zu erfinden“. Wer den imponierenden Materialreichtum des praxisbezogenen Ratgebers nutzt, kann sich viel Zeit und Geld sparen.