Hervorragende Ausbildung, saubere Methodik und gute Führung
Von Oliver Steeger
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2002, Seite 8 - 10. Alle Rechte vorbehalten.
Im Juni trifft sich in Berlin die Projektmanagement-Szene zum IPMA-Weltkongress. Neben Fachdiskussionen steht erstmals internationales Projektmanagement-Benchmarking auf dem Kongressprogramm: Der „Internationale Projektmanagement Award“ wird verliehen. In der weltweiten Konkurrenz haben deutsche Projektmanager eine gute Startposition, meinen Beobachter. Lob und Anerkennung für „Projektmanagement made in Germany“ kommen zumeist aus dem Ausland. Dort haben sich deutsche Projektmanager – hierzulande unbemerkt – einen guten Ruf erarbeitet.
Das schamvolle Neigen des Kopfes wird zum Reflex. In Sachen Wirtschaft halfterte Deutschland von Europas Lokomotive zum Bremser ab. Im weltweiten Ranking purzelte die einstige Vorzeigerepublik mit der starken Mark kräftig zurück. Selbst der deutsche Wirtschaftsnachwuchs gilt seit der PISA-Studie mehr als Schandfleck denn als Hoffnungsträger. Also beschämt Sack und Asche tragen, wenn im Juni rund 1.000 Projektmanager aus 40 Nationen nach Berlin einfliegen und sich die Welt des Projektmanagements in der Bundeshauptstadt trifft …? Fachleute haben beobachtet: Im Vergleich mit anderen Ländern spielt Deutschland in der Weltklasse, in manchen „Disziplinen“ könnten deutsche Projektmanager sogar Olympiamedaillen erringen. Die Gäste aus aller Welt wissen dies. Nur die Deutschen nicht.
„Wir brauchen uns mit unserem Projektmanagement keineswegs zu verstecken“, fasst Projektmanagementexperte Klaus Pannenbäcker seine Beobachtungen zusammen. GPM-Vorstand und PM-Award-Manager Roland Ottmann stimmt zu: „Bei der Frage des Weltniveaus sollten wir unser Licht nicht immer unter den Scheffel stellen.“ Ähnlich resümiert Projektmanagementexperte Otto Zieglmeier seine internationalen Erfahrungen: „Man schätzt im Ausland häufig sowohl die Kompetenz als auch die Person deutscher Projektmanager.“
Die Propheten bleiben, wie so häufig, im eigenen Lande ungehört. Derweil man zwischen Flensburg und München bestenfalls mahnt, die deutsche Projektkompetenz nicht kleinzureden, zollt die Welt deutschen Projektmanagern offene Anerkennung. Auch die menschliche Sympathie haben die Projektmanager aus dem einstigen Wirtschafts-wunderland gewonnen. Das hat man in Ägypten, Syrien, in der Ukraine, Russland und Kroatien begriffen. Hier stößt es noch immer bei der Wirtschaft auf taube Ohren.
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