Beispiel: Studiengang Stadtplanung
Von Rolf Kyrein
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 1/2002, Seite 32 - 41. Alle Rechte vorbehalten.
Die Ziele von URBAN 21 sowie der lokalen Agenden 21 – insbesondere das Ziel nachhaltiger Projektentwicklung und qualitativen Wachstums – sind ohne integriert-interdisziplinäres Handeln nicht erreichbar. Die im öffentlichen und privaten Sektor hierfür Verantwortlichen sind jedoch für solch interdisziplinäres Handeln nicht ausgebildet worden. Daher müssen die zukünftigen Studentengenerationen in verstärktem Maße für interdisziplinäres, strukturiertes Handeln im Team ausgebildet und vorbereitet werden.
Sollen qualitatives Wachstum und Nachhaltigkeit erreicht werden, muss zukünftig im Mittelpunkt der Lehre verstärkt eine inhaltlich vernetzte Wissensvermittlung stehen. Die Studienabgänger müssen befähigt werden, auf der Grundlage der Agenda 21, die von der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janeiro verabschiedet wurde, und der Ergebnisse der nationalen und internationalen URBAN-Konferenzen, Berlin 1999/2000, zu denken und zu handeln. Solche Studiengänge zeichnen sich durch ein hohes Maß an Komplexität aus. Sie haben eindeutig Projektcharakter. Mit der Einrichtung dieser neuen Studiengänge können nicht nur inhaltlich, sondern auch strukturell neue Wege beschritten werden.
Um die Vielzahl interdisziplinärer Zusammenhänge und Einflussgrößen „in den Griff zu bekommen“, sind die herkömmlichen Studien- und Prüfungsordnungen wenig tauglich, da sie lediglich die von Dozenten und Studenten zu absolvierenden Semesterwochenstunden in den jeweiligen Fachbereichen ohne inneren Zusammenhang festlegen. Sie gestatten nicht die vollständige Beschreibung der Aufgaben, Strukturen und Prozesse. Um dieses Defizit auszugleichen, unternimmt der Autor den Versuch, mithilfe der DIN 69 904 „Projektmanagement“ den geplanten Studiengang ergebnis- und prozess orientiert zu strukturieren.
Auch dieses Modell gestattet nicht die vollständige Beschreibung der Aufgaben, Strukturen und Prozesse. Die Auswahl gewährleistet jedoch das Abbild des Studienmodells für den Studiengang Stadtplanung/ Immobilienwirtschaft an deutschen Hochschulen. Die Methode – Prozessanalyse plus Organisation bei vernetzten Anforderungen – sichert das Studienziel. Wege der Zielerreichung werden ebenso geprüft wie Folgen von Abweichungen und Änderungen. Die Erfüllung der Aufgabe wird nach dieser Norm ebenso gewährleistet wie die Berücksichtigung berechtigter Interessen des Trägers, der Lehrenden und Lernenden sowie Externer.
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