Der Sprung ins kalte Wasser ist zu riskant

Von Oliver Steeger

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 1/2002, Seite 9 - 11. Alle Rechte vorbehalten.
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„Internationales Projektmanagement“ ist bei der BASF längst kein Zukunftstrend mehr. Der Chemiegigant hat ein weltweites Netzwerk aufgebaut, beteiligt sich an fremden Unternehmen, gründet Joint Ventures und verklammert sich mit Lieferanten. Auf dem globalen Parkett ist viel zu tun für Projektmanager. Die aber lässt der Konzern nicht ins kalte Wasser springen. Auf den Auslandseinsatz werden sie sorgfältig vorbereitet.

Mancher Chinese merkt gar nicht, dass er „für die Deutschen“ arbeitet: Von einem anderen, „normalen“ chinesischen Unternehmen lässt sich die BASF-Fabrik nicht unterscheiden. Hier produziert die BASF nicht nur Farben. Hier entwickeln international besetzte Teams auch neue Produkte. Das gesamte Kompetenzzentrum für diesen Produktzweig ging nach Fernost. Nicht anders hielt es die BASF mit der Pflanzenbiologie: In Boston fand der Konzern neben gewaltigen Märkten auch eine viel versprechende Forschungslandschaft für Saatgut und Pflanzenschutz. Oder die Textilchemie der BASF. Weil in Sachen Textilindustrie in Ostasien die Musik spielt, wanderten Teile dieser Sparte ab. Deutsche Projektmanager zogen nach.

Längst ist der verzweigte Chemiegigant aus Ludwigshafen kein deutsches Unternehmen mehr, das in den Erdteilen bloß seine Filialen betreibt. Die BASF kommt einem Netzwerk gleich. BASF plays global – und damit auch ihr Projektmanagement. Sogar in Teams der deutschen Standorte sitzen BASFler aus aller Welt, die hierher gerufen wurden. BASF-Projektmanager fragen sich längst nicht mehr, ob sie einmal Teams mit verschiedenen Kulturen und Arbeitsmentalitäten leiten werden.

Die Frage ist, welche Nationen es letztlich sein werden. Amerikaner? Die eher traditionell orientierten Japaner? Die eloquenten Franzosen? Chinesen, die sich zunehmend westlichen Einflüssen öffnen?


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