Von Oliver Steeger
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2001, Seite 7 - 10. Alle Rechte vorbehalten.
Mit der Devise „Projekte ins Netz“ drängen Internet-Anbieter zunehmend auf den Projektmanagement-Markt. Kernidee ihrer Dienstleistung: Sie bieten Projektteams „Projektbüros“ im Internet. Auf den virtuellen Schreib tischen findet das Team Projektakten, kann seine Arbeit erledigen, Botschaften hinterlassen oder sich zu Meetings treffen. Ähnliches bieten zwar auch die Intranets vieler Unternehmen, doch die hausinternen Systeme verwehren externen Partnern wie Kunden, Lieferanten oder Beratern den Zugang. So stoßen Intranets beim modernen Projektmanagement schnell an die Grenzen. Die Versuche vieler Projektmanager, Partner immer stärker ans Projekt zu binden, können mit den neutralen Internet-Plattformen besser gelingen.
Stecker rein und mittendrin im Projektgeschehen: Lieferanten aus Brasilien, der Kunde in Berlin, der Werkleiter in Bayern, der Projektleiter in Essen und die Entwickler in Holland haben ihre Zelte im Internet aufgeschlagen und dort ihr gemeinsames Büro angemietet. Dort hat jeder seinen Schreibtisch. Es gibt „Besprechungsräume“ mit Flipcharts zum Skizzieren, gemeinsame Kalender, gemeinsame Aktenschränke und schwarze Bretter. Zusammen über Plänen sitzen und diskutieren, im Archiv nach Unterlagen suchen, SMS versenden, Arbeiten planen, Zeiten protokollieren – das Projektbüro ist überall dort, wo die Mitarbeiter sind. Zumindest virtuell.
Aus den USA kommt der Trend, digitale Projektbüros und Arbeitsräume einzurichten. Derzeit fasst er auch in Deutschland Fuß. So nutzen nach Angaben des Anbieters „eRoom“ beispielsweise Siemens, Hewlett-Packard, Sony, Adidas-Salomon und Bertelsmann den Service. Teams aus rund fünfhundert Unternehmen hat der Provider unter Vertrag und vermietet die digitalen Internet-Büros. Der aus Skandinavien stammende Provider „Projectplace“ zählt weltweit bereits siebzigtausend registrierte Anwender aus fünftausend Unternehmen, darunter BP, Avis, Ericsson sowie die Universitäten von Amsterdam und Maastricht.
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