Internet bietet Projektteams neue Kommunikationswege

Von Oliver Steeger

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2001, Seite 3 - 6. Alle Rechte vorbehalten.
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„Ich bin drin!“, wirbt Tennisstar Boris Becker für das Internet. Punkt und Satz für ihn: Viele Projektmanager sind dagegen noch nicht so recht im Netz. Manche nutzen die weltumspannenden Daten-Highways bestenfalls als Postweg für E-Mails. Ginge es nach den WWW-Technikern, sähe die Projektmanagement-Welt anders aus. Global verteilte Teams würden sich auf den Daten-Highways zu virtuellen Konferenzen treffen, zu Daten-Meetings zusammenkommen oder Telefonkonferenzen abhalten. Management by Web: Technisch ist vieles möglich. Provider stehen in den Startlöchern. „Wer das Internet nutzt, spart vor allem Zeit“, meint Internet-Experte Oliver Klee im Gespräch mit Projektmanagement- aktuell-Redakteur Oliver Steeger. Fazit: Das Web erleichtert nicht nur Kommunikation. Es kann sie auch verbessern.

Der eine in Hamburg, der andere in Herne. Beide wollen am nächsten Morgen Software in Bremen präsentieren. Der eine kennt die Software, der andere nicht. Rund 350 Kilometer trennen die Schreibtische beider Partner. Und doch nehmen sie – virtuell! – nebeneinander Platz. Via Internetkonferenz hilft Oliver Klee in Herne seinem Projektpartner in Hamburg auf die Sprünge. Die beiden Computer sind so vernetzt, dass der Hamburger am Bildschirm genau verfolgen kann, was Klee ihm weiter südlich erklärt. Jeder Mausklick, jedes eingegebene Wort und aufgeklappte Pull-Down-Menü, jeder Cursorsprung wird auch auf dem Laptop in Hamburg abgebildet. „Ich kann ihm die Software so zeigen, als würden wir an einem Schreibtisch sitzen“, erläutert der Internetspezialist aus dem Ruhrgebiet. Vor allem: Dem Hamburger Kollegen bleibt es erspart, vor der Online-Datenkonferenz die komplette Software zu installieren. Werden beispielsweise Excel-Tabellen präsentiert, braucht nicht jeder Konferenzteilnehmer Excel zu starten. „Es ist wirklich so, als würden wir zusammen vor einem Monitor sitzen“, versichert Klee.

Zukunftsmusik? Keineswegs. Die Konferenz hat im April stattgefunden. Technisch gesehen eine Fingerübung. Doch zwischen dem, was heute technisch möglich ist, und dem, was in Projektarbeit genutzt wird, klafft eine breite Lücke. Unwissenheit und Unsicherheit halten Projektteams davon ab, das Reich des World Wide Web ganz zu erobern. Sie verschicken Mails, hängen Dateien an, surfen gelegentlich bei den Mitbewerbern auf die Homepage. Mehr wissen viele Projektmanager mit dem Datennetz noch nicht anzufangen. So genanntes „Application Sharing“, das Oliver Klee mit seinem Hamburger Partner nutzte, ist ein Geheimtipp. Merkwürdigerweise: Die Software, die dem Application Sharing zugrunde liegt, hat der Hersteller Microsoft unter dem Namen „NetMeeting“ seit rund vier Jahren ständig weiterentwickelt. Das kleine Tool (rund 1,6 Megabyte) steht kostenlos auf der Microsoft-Homepage zum Download bereit. Bislang hat der Software-Gigant sein Zusatzmodul für den Browser nicht offensiv beworben. Die meisten spüren das Software-Helferlein per Zufall auf.


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