Eine empirische Analyse

Von Rudolf Wahl

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2001, Seite 9 - 18. Alle Rechte vorbehalten.
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Die Implementierung von Projektmanagementkonzepten bereitet in der Praxis immer wieder erhebliche Schwierigkeiten. Häufig liegen dem Akzeptanzprobleme zugrunde, deren Relevanz von Seiten der einführenden Stellen unterschätzt wurde. Auf Basis einer empirischen Analyse der Situation in verschiedenen Großunternehmen werden im Folgenden die Ursachen diskutiert und Gestaltungsempfehlungen zur Steigerung des Implementierungserfolgs abgeleitet. Als besonders gewichtige Faktoren zeigen sich die subjektiven Befürchtungen einer Verschlechterung der persönlichen Arbeitssituation und die mangelnde Information über die anstehenden Veränderungen. Beide Punkte werden daher gesondert behandelt.

Das Problem der Implementierung

In der Unternehmenspraxis zeigt sich immer wieder, dass organisatorische Veränderungen von den Betroffenen abgelehnt werden, obwohl sie objektiv betrachtet nützlich oder sogar absolut notwendig für deren Tätigkeit sind. Diese Ablehnung reicht von passiver Opposition (Versandenlassen) bis hin zum aktiven Widerstand (Sabotage). Beispiele für dieses Phänomen finden sich z. B. in Berichten über das Scheitern von Reorganisationsprozessen. Grund des Widerstands sind meist unterschwellige Ängste vor einer Änderung der bisherigen Arbeitssituation (Überforderung, Verlust von Privilegien, Überwachung, Leistungskontrolle etc.) bzw. ein „natürlicher Widerwille“ gegen jegliche Änderung eines gewohnten Zustands. Auch die Einführung eines systematischen Projektmanagements stellt eine solche organisatorische Veränderung dar, deren Umsetzung in der Praxis häufig zu großen Schwierigkeiten führt. Dies verwundert einerseits, da diese Probleme nicht neu sind (Knopf et al. stellten beispielsweise schon in den siebziger Jahren fest, dass beim Abbruch von Reorganisationsprozessen personelle Faktoren eine weitaus wichtigere Rolle spielen als alle anderen Problembereiche) und die betriebswirtschaftliche Organisationslehre bereits seit längerer Zeit ein umfassendes Instrumentarium zur Akzeptanzsicherung entwickelt hat, wird aber andererseits von vielen Praktikern immer wieder bestätigt.

An der Universität der Bundeswehr wurde deshalb vor einigen Jahren unter Federführung von Prof. Dr. Heinz Schelle ein Forschungsprojekt initiiert, das sich explizit mit den Ursachen mangelnder Akzeptanz von Projektmanagementkonzepten und möglichen Lösungswegen für die Praxis befasste. Es sollte dabei vor allem untersucht werden, inwieweit ein geeignetes Implementierungsmanagement zur Verbesserung der beschriebenen Akzeptanzprobleme beitragen kann und welche Gestaltungsparameter von besonderer Bedeutung sind. Konkrete Forschungsfragen waren z. B.:

  • Mit welchen Maßnahmen werden Projektmanagementkonzepte

heute eingeführt?

  • In welchen Bereichen sind besondere Problemfelder

der Implementierung zu erkennen?

  • Welche Faktoren spielen eine Rolle bei der Entstehung

von Akzeptanz bzw. Nicht-Akzeptanz?

  • Welche konkreten Handlungsempfehlungen lassen

sich daraus für die Gestaltung von Implementierungsprozessen
in der Praxis ableiten?


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