Von Uwe Bracht, Dieter Geckler
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2001, Seite 13 - 17. Alle Rechte vorbehalten.
Änderungsschleifen sind in vielen Projekten unvermeidbar. Mit einer neu entwickelten Simulationsmethode werden auch sie für die Netzplanrechnung greifbar. Dabei lassen sich nicht nur statistische Aussagen über die wichtigsten Projektparameter gewinnen. Mit der Methode ist es zusätzlich möglich, schon vor Projektbeginn auszuprobieren, wie das Projekt auf Änderungen reagieren wird und welche Projektmanagement-Maßnahmen das Änderungsverhalten stabilisieren können.
In der klassischen Projektmanagement-Methodik übernimmt der Projekt-Netzplan eine zentrale Rolle. Er wird auf der Basis eines Projektstrukturplans erstellt und zeigt die Verknüpfungen der einzelnen Aktivitäten eines Projektes in zeitlicher Reihenfolge. Auf der Basis der Netzplanberechnung werden dann die Termine für die einzelnen Aktivitäten, der Ressourcenbedarf sowie der Kostenverlauf berechnet.
Im Projektverlauf werden die tatsächlich eintretenden Termine laufend gemessen. Auf der Basis von erneuten Netzplanberechnungen ist man dann in der Lage, die zentralen Projektdokumente anzupassen, Soll/Ist-Vergleiche aufzustellen sowie neue Projektprognosen zu erstellen. Bei einer großen Anzahl von Projekten funktioniert die netzplanbasierte Methode gut und ist bei der Projektsteuerung eine sinnvolle Hilfe. Die klassische Methode der Netzplanberechnung kann aber nur lineare Abfolgen von Aktivitäten abbilden. Rücksprungschleifen können mit den üblichen Netzplanprogrammen nicht behandelt werden, da sie zu nichtlinearen Effekten führen.
Nun sind aber gerade solche Rücksprungschleifen bei vielen Projektarten ein zentrales Element. Typische Vertreter solcher Projekte sind
- Projekte mit technischen Entwicklungen, in denen sich kreative Projektphasen mit Prototypenbau und Test abwechseln,
- Softwareentwicklungen, bei denen sich immer wieder Optimierungsschleifen ergeben,
- Projekte in einem politisch unsicheren Umfeld, in dem immer wieder neue Genehmigungsschleifen durchlaufen werden müssen.
Möchte man solche Projekte mathematisch erfassen, so ist man auf nichtlineare Ansätze angewiesen. Hier hat die Mathematik, unterstützt durch die zunehmenden Möglichkeiten der numerischen Berechnung, in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Bekannt sind solche Modelle z. B. aus der Wettervorhersage, Strömungssimulation oder der Berechnung von wirtschaftlichen Kreisläufen.
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