Von Erwin v. Wasielewski
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2001, Seite 9 - 12. Alle Rechte vorbehalten.
Eine manchen Spezialisten bekannte Gleichung, mit der sich Zusammenhänge von Projektgrößen beschreiben lassen, wird mit anschaulichen Bezeichnungen neu interpretiert. Neben den Begriffen werden auch die nützlichen Eigenschaften dieses mathematischen Modells erläutert.
Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie. Dieses bekannte Wort ist das Motto des vorliegenden Beitrags. Können wir die komplizierten Zusammenhänge eines Projekts in einer mathematischen Formel ausdrücken, haben wir viel gewonnen – auch für die Praxis. Denn die Formel hilft uns, die Vielfalt der Projekteigen schaften auf ein einheitliches, gedankliches Modell zu rück zuführen, sie vielleicht besser zu verstehen und dadurch in manchen Punkten vielleicht sogar besser zu bewältigen.
Modelle sind in der Projektwirtschaft nicht neu. Wir benutzen seit langem Phasenmodelle. Auch die übliche Zerlegung eines Projekts in Teilaufgaben, Arbeitspakete und Vorgänge folgt einer Modellvorstellung, die man als Arbeitspaketmodell bezeichnen könnte. Das vorliegende Modell unterscheidet sich von den genannten Modellbeispielen dadurch, dass statt Phasen oder Arbeitspaketen Projektparameter betrachtet werden und dass es sich in besonderem Maß zur mathematischen Behandlung und Beurteilung von Projektabwicklungen eignet. Man kann es als parametrisches Modell bezeichnen. Es wird schon seit langer Zeit bei Projektvergleichen und in etwas einfacherer Form in der Kosten-, Zeit- und Aufwandsschätzung von Projekten benutzt.
Dieses trotzdem noch wenig bekannte Modell wird im Folgenden in einem kurzen Überblick mit anschaulichen Bezeichnungen geschildert. Es lässt sich in Worten und als mathematische Gleichung ausdrücken. In Worten ausgedrückt: Das parametrische Modell eines Projekts besteht aus den ablaufbezogenen und bei Bedarf transformierten Werten gewählter Parameter und gewichteter Zielmerkmale. Der Modellwert eines Zielmerkmals besteht aus einer Summe gewichteter Modellwerte von Parametern, einem Block- und einem Streuwert.
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