Zentrale Kompetenzen Projektorientierter Unternehmen
Von Roland Gareis
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 1/2001, Seite 4 - 11. Alle Rechte vorbehalten.
Projektorientierte Unternehmen sind aufgrund ihrer dynamischen Grenzen und ihrer dynamischen Kontexte besonders komplexe Organisationen. Die Grenzen Projektorientierter Unternehmen verändern sich laufend durch die variierende Anzahl und Größe jeweils aktueller Projekte und Programme, durch die variierende Anzahl von Mitarbeitern, durch die variierende Raum- und IT-Infrastruktur und durch variierende Budgets. So sind z. B. in Unternehmen, die Kundenaufträge in Form von Projekten durchführen, Schwankungen der Jahresumsätze im Ausmaß von 50% bis 100% üblich. Die Kontexte Projektorientierter Unternehmen sind einerseits aufgrund der jeweils projekt- bzw. programmspezifischen sozialen Umwelten und andererseits aufgrund der variierenden Kooperationen und strategischen Allianzen besonders dynamisch.
Zum Management der Komplexität und Dynamik Projektorientierter Unternehmen sind sowohl differenzierende als auch integrierende Funktionen zu erfüllen. Die organisatorische Differenzierung erfolgt durch die Definition von Projekten und Programmen und durch die Förderung der Autonomie dieser Projekte und Programme. Projektorientierte Unternehmen nehmen Projekte und Programme als temporäre Organisationen zur Durchführung komplexer Prozesse, wie z. B. zur Abwicklung eines Kundenauftrags, zur Entwicklung eines Produkts oder zur Reorganisation eines Geschäftsbereichs, wahr.
Projektorientierte Unternehmen betrachten Projekte als eine strategische Option zum Design der Unternehmensorganisation. Durch die Anwendung eines „Management by Projects“ als Organisationsstrategie sollen folgende Ziele realisiert werden:
- Schaffung organisatorischer Flexibilität durch den Einsatz temporärer Organisationen zusätzlich zur permanenten Stammorganisation,
- Delegation von Managementverantwortung in Projekte und Programme,
- zielorientiertes Arbeiten durch die Definition von Projekt- und Programmzielen und
- Sicherung des organisatorischen Lernens durch die Monitoring-Potentiale von Projekten und Programmen.
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