Eine Voraussetzung für effiziente Qualitätssicherung und Projektmanagement
Von Jürgen Schmied
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 1/2001, Seite 12 - 20. Alle Rechte vorbehalten.
Schnelllebige Produkte und die daraus resultierenden immer kürzer werdenden Entwicklungsprozesse zwingen Unternehmen zu einer möglichst effizienten Projektdurchführung. Es gilt nicht mehr zwangsläufig der Grundsatz „Der Größere ist dem Kleineren überlegen“, stattdessen wächst das kleinere Unternehmen – da meist flexibler und schneller – stärker als der Großkonzern. Entscheidender Wettbewerbsvorteil ist dabei die Fähigkeit zur Kommunikation im Unternehmen und damit die Fähigkeit Erfahrungen und Wissen auszutauschen. Während Unternehmen in der Vergangenheit nach ihren materiellen Sachgütern wie Produktionsanlagen und Immobilien bewertet wurden, ist heute das Know-how einer Firma ein wesentlicher Faktor bei der Unternehmensbewertung (wir betrachten Wissensmanagement im Kontext der Informationstechnologie: Hier gelten diese Aussagen umso mehr, denn es gibt genügend Beispiele von Unternehmen am „Neuen Markt“, deren Aktienkurse weniger durch materielle Güter als über das Firmen-Knowhow, deren Ideen und Visionen zustande kommen).
Je größer ein Unternehmen ist, umso wichtiger wird dabei das Wissensmanagement, denn während in kleineren Unternehmen meist ein enger Kontakt zwischen allen Kollegen besteht und damit ein reger Erfahrungsaustausch gefördert wird, findet im Großkonzern kaum bereichsübergreifender Wissensaustausch statt. Im Gegenteil, ändert der Mitarbeiter seinen Tätigkeitsschwerpunkt im Unternehmen – beispielsweise durch Umstrukturierungsmaßnahmen oder Versetzung –, gerät das einmal erworbene und (leider meist) nicht dokumentierte Wissen in Vergessenheit und wird somit wieder abgebaut.
Wissensmanagement ist nicht nur auf Unternehmensebene wichtig, sondern ist von essentieller Bedeutung für deren Mitarbeiter:
- Gerade IT-Wissen veraltet sehr rasch, es wird von „Halbwertszeiten“ von drei bis vier Jahren gesprochen.
- Schnelllebige Produkte sorgen für kurze Projektlaufzeiten und damit für einen hohen Projektdruck.
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