Von Dieter Coy
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2000, Seite 22 - 29. Alle Rechte vorbehalten.
Es wird versucht, die quantitative Wirkung von Risikovorsorge und -bewältigungsmaßnahmen zu ermitteln. Dazu werden die bedrohlichen Risiken identifiziert und die Maßnahmen im Ablauf eines Projektmodells beschrieben. Am Beispiel einer Neuentwicklung eines Serienproduktes wird die dramatische Zeit- und Budgetunterschreitung deutlich, wenn Risikomanagement als konsequente konstruktive Vorgehensweise betrachtet wird.
1 Risikoanalyse und Bewertung
1.1 Was sind Risiken?
Im üblichen Sprachgebrauch bezeichnet man mit Risiken Wagnisse und Gefahren. In der Wirtschaft versteht man darunter die Verlustgefahr, die mit jeder Unternehmung verbunden ist. Diese kann verursacht werden z. B. durch betriebliche Störungen, Fehlinvestitionen, Zahlungsunfähigkeit der Kunden, Absatzschwierigkeiten. Das eigentliche Geschäftsrisiko eines Unternehmens ist nicht erfassbar; in der Marktwirtschaft trägt es der Unternehmer.
Was hat das mit Projekten zu tun? Nun, Projekte sind Unternehmen auf Zeit. Jedes Projekt ist also während seiner Initiierung und Durchführung von Risiken bedroht. Diese zu erkennen, zu bewerten (Analyse) und ihnen vorzubeugen oder zu bewältigen ist Aufgabe des Risikomanagements.
Die Risikoerkennung wird erfahrungsgemäß dadurch erschwert, dass Risiken kaum sichtbar sind. Es spielt dabei keine Rolle, ob sie „unsichtbar“ sind oder wegen menschlicher Schwächen so behandelt werden.
1.2 Grundfunktionen des Risikomanagements
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Risikomanagements ist die Risikoanalyse und -bewertung. Zu Beginn einer Risikoanalyse müssen allerdings Auftrag und Vorgehensweise eindeutig defi niert und abgegrenzt werden. Denn erst wenn das Ziel des Auftrages klar ist und auch der Weg dahin einigermaßen vorstellbar, können die Projektrisiken identifi ziert werden. Die Risikoanalyse besteht aus den Aktivitäten
- Risikoidentifikation und
- Risikodokumentation.
Die Ungewissheiten dabei sind zum Teil erfassbar durch sorgfältige Planung (Projektstrukturplan etc.), Marktforschung (Wer ist der Kunde?, Was will er im Kern?) etc.
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