Von Dr. Dietmar Lange

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2000, Seite 2. Alle Rechte vorbehalten.
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Im Editorial der April-Ausgabe hatte ich angekündigt, die Themenbündelung als zweite Veränderung im Bild von PROJEKTMANAGEMENT anzugehen. Die Redaktionskonferenz, im Mai nach Mannheim einberufen, schaute über die etwa 40 Angebote der Autoren und wählte im Vorgriff auf einen langfristigen Plan die Themen „Risikomanagement“ und „Portfolio-Management“ als Schwerpunkte dieser vor Ihnen liegenden Ausgabe 4/2000. Wie Sie sich mit einem Blick auf die Titelseite überzeugen können, prangt dort erstmals ein Hinweis auf einen Schwerpunkt, und der heißt „Risikomanagement“.


Mit den Beiträgen von

  • J. Duffy, Risk Management – Lessons from Space for all Managers,
  • D. Coy, Management immer wiederkehrender Projektrisiken,
  • D. Freund, Risk Management als PM-Disziplin, und
  • R. Hasler, Alpha Project Line Risk Manager ,

ist es gelungen, einen Kreis unterschiedlich ansetzender Autoren zu versammeln und so die Facetten der Branchen wie Automotive, Luft-/ Raumfahrt- und Software-Industrie, der einzelnen Prozessschritte und der passenden Werkzeuge von der Checkliste bis zur integrierten Software-Lösung aufscheinen zu lassen.

RISIKEN …

Ist die Ankündigung damit erfolgreich eingelöst? Eher nein, müsste meine Antwort lauten. Die Redaktionsarbeit am zweiten Schwerpunkt „Portfolio-Management“ erbrachte nämlich zum geplanten Termin nur einen Beitrag und eine Rohfassung eines weiteren Beitrags. Wenden wir gleich die Erkenntnisse zum Risikomanagement an.

Die Risiken nehmen durch die Themenbündelung tendenziell zu, da sich mehrere Autoren auf einen gemeinsamen Termin und eine gewisse Überschneidungsfreiheit zu committen haben. Aber das erkennt nur jemand, der die Risiken identifiziert, bewertet und mit Maßnahmen zur Behandlung versehen hat. Das vierte Element, das Risiko- Controlling, zeigte die Schwachstelle präzise auf: (zu) wenig wirkungsvolle Möglichkeiten in der Behandlung der Autoren-Risiken.

Ein Schwerpunkt, der nur einen Artikel enthält, verdient aber seinen Namen nicht, und so lesen Sie den Beitrag von

  • Th. Scholian, Projektportfolio- Management,

als einen Solitär, d. h. ein „einzeln gefasster Edelstein“.

Ob ein Lernprozess bereits stattgefunden hat und bessere Ergebnisse beim nächsten Mal bringen wird, bleibt in meinem Falle ungewiss.

… IM WANDEL

Die Risiken in den Projekten wandeln sich. Waren es früher eher technische Details in der Vertragserfüllung gegenüber dem Auftraggeber, können es heute die Fähigkeiten und deren Träger im Projektteam sein, die „volatiler“ geworden sind. Das größte Risiko für den Projekterfolg stellt wohl die Kündigung des Projektleiters dar, kurz vor der Einführung einer innovativen Software-Lösung, an der er mit seinem Team drei Jahre gearbeitet hat …

Aber wenn schon Projekte stets Bausteine für den Veränderungsprozess sind – und Organisationsprojekte besonders –, dann verändern sie nicht nur Unternehmen, Ämter und Non Profi t Organisations durch ihre Ergebnisse: Sie verändern mit ihren Projektprozessen auch das Projektteam und vor allem den Projektleiter. Neue Fähigkeiten wachsen hinzu, eröffnen neue Tätigkeitsfelder und fordern dann, Abschied zu nehmen von bisherigen Tätigkeiten. Das gilt auch für mich.

In vielen Jahren als Autor, Redaktionsbeirat, Redakteur und Chefredakteur habe ich diese Zeitschrift begleitet und gefördert – bis zu dieser Ausgabe, meiner letzten.
„In der Trennung liegt zugleich eine Befreiung – und mit der Freiheit beginnen neue Möglichkeiten.“


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