... und bessere Ergebnisse ernten
Von Wolfgang Horn
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2000, Seite 15 - 22. Alle Rechte vorbehalten.
Größte Projektrisiken liegen im Bereich des menschlichen Verhaltens und der zwischenmenschlichen Beziehungen. Könner spüren diese Risiken und vermeiden sie mit erstaunlich leichter Hand. Logische, rationale Anleitungen dazu existieren bislang wenig. Hier wird eine Anleitung dazu beschrieben. Ihre Feuerprobe war die Sanierung eines Anlagenprojekts im Mittleren Osten. Das Besondere an dieser Anleitung ist ihr Denkmodell, die Wertekaskade. Sie modelliert die Determinanten der zwischenmenschlichen Beziehungen als Projektkultur, als System aller starken und schwachen Überzeugungen aller am Projekt beteiligten Personen und Gemeinschaften. Mit der Wertekaskade und ihren Methoden lässt sich nicht nur die überschaubare Kultur eines Projekts begreifen und gestalten, sondern auch die viel kompliziertere Kultur einer Organisa tionseinheit oder eines Unternehmens.
1 Einleitung
Die größten Projektrisiken liegen im menschlichen Bereich. Wo der Könner spürt „Da stimmt die Chemie nicht“ und durchaus wüsste, wie er das in den Griff bekommen könnte. Aber wenn er seine Führungskraft um Unterstützung bitten muss, welches Gewicht hat dann schon das Argument „ich spüre“?
Produktstruktur- und Projektablaufplan modellieren das materielle und zeitliche Geschehen im Projekt. So verständlich und plausibel sie sind, so überzeugend ist unser Vortrag über ein Problem, seine Konsequenzen, seine Ursachen und wie wir es lösen wollen.
Für den menschlichen Bereich fehlte so etwas bislang. Nun stellen wir für diesen Zweck die Wertekaskade vor. Ihre Feuerprobe war die Sanierung eines Anlagenprojekts im Mittleren Osten. Nach nur 9 Monaten hatte das Projekt schon 6 Monate hinter dem Plan gelegen und drei Projektleiter verschlissen. Innerhalb von 10 Tagen „brummte“ es wieder, innerhalb von 3 Monaten wurden 3 Monate Verzögerung aufgeholt.
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