Von Siegbert Heinecke
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2000, Seite 32 – 36. Alle Rechte vorbehalten.
Innerhalb der Baubranche verschieben sich die Aufgabenstellungen. Die umfassende Bauausführung wird ersetzt durch Generalunternehmertum, also Verlagerung von Leistungen auf Nachunternehmer, verbunden mit einem umfassenden Baumanagement. Daraus ergeben sich neue Anforderungen an die Informationsverarbeitung. Dezentrale Datenhaltung wandelt sich zu verteilter Datenhaltung mit projekt- und standortübergreifenden Informationsbedürfnissen. Prozessorientierung bedeutet Einbindung aller Prozessbeteiligten, also auch externer Firmen und Personen. Lösungen erfordern folglich eine Plattform, die diese Anforderungen erfüllt. Im Rahmen dieses Beitrags wird gezeigt, welchen Beitrag eine Lotus-Notes-basierte Software zur Lösung der gestellten Aufgabe leisten kann.
1. Besonderheiten der Baubranche
Wodurch unterscheiden sich die Unternehmen der Baubranche eigentlich von anderen Unternehmen? Die Antwort, die man von Außenstehenden am häufigsten hört, ist: „Im Bau werden lauter Unikate angefertigt.“ Das stimmt natürlich, aber die „Einzelfertigung“ geht hier noch sehr viel weiter. Nicht nur die „Auftragsarbeiten“ sind sehr vielfältig und einmalig, sondern auch die Zusammensetzung der Beteiligten an einem Bauauftrag ist beinahe jedes Mal neu.
Die Beteiligten sind neben dem Auftraggeber und seinen Stellvertretern (z. B. den Architekten) vornehmlich der Hauptauftragnehmer, also die Baufirma, und die Nachunternehmer. Dazu sind Arbeitsgemeinschaften an der Tagesordnung.
Die starke Dezentralisierung innerhalb der Baubranche führt dazu, dass auch Baukonzerne häufig nur ein organisatorischer Zusammenschluss von Mittelständlern sind. Hauptkonkurrent einer Niederlassung eines Baukonzerns ist in der Regel nicht die Niederlassung eines anderen Baukonzerns am gleichen Ort, sondern ein in der Region gut etabliertes mittelständisches Bauunternehmen.
2. Der Kommunikationsbedarf in der Baubranche
Bauaufträge werden immer komplexer und umfassen nicht mehr nur die Bauausführung. Die gleichzeitige Wettbewerbsverschärfung erzwingt Kostensenkungen. Es ergibt sich ein dringender Bedarf an umfassenden und integrierten Instrumenten zur Steuerung von Projekten, Schaffung von Informationsbasen und Verminderung von Reaktionszeiten.
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