Von Wolfgang Dreger
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2000, Seite 20 - 25. Alle Rechte vorbehalten.
Projekte werden in vielen Unternehmen mit großem Aufwand so durchgeführt, als gäbe es kein Umfeld. Umso größer ist dann die Überraschung, wenn einem die Konkurrenz unerwartet mit vergleichbaren bzw. sogar besseren Lösungen zuvor kommt. Die vorliegende Untersuchung zeigt, wie es möglich ist, Erkenntnisse über die Aktivitäten der Konkurrenz fallweise zu gewinnen und beim Management von Projekten zu berücksichtigen. Das sollte allerdings nicht nur reaktiv geschehen, sondern mit der Maßgabe, stets einen hinreichenden Konkurrenzvorsprung aufrechtzuerhalten. Die Durchführung der Konkurrenzanalyse stellt in einem Projekt eine Daueraufgabe dar, wenn man das alte Motto bedenkt: „… die Konkurrenz schläft nicht …“. Da jedoch gewöhnlich in „normalen“ Projekten nicht ständig ein Mitarbeiter mit konkurrenzbezogenen Aufgaben beschäftigt werden kann, empfiehlt sich die Konzentration auf wesentliche Entscheidungen. Das bedeutet eine Beschäftigung mit der Konkurrenz immer dann, wenn Entscheidungen von Projekt bestimmender Wirkung zu fällen sind, d. h. in den Meilensteinen. Strategisches Ziel der Konkurrenzanalyse in Projekten muss jedoch ein kontinuierlich operierendes „Wettbewerbsradar“ bleiben, das auch zufällig aufgefasste Konkurrenzinformationen zu jedem Zeitpunkt des Projekts verarbeitet.
1. Einleitung
1.1 Wichtige Begriffe
Unter „Konkurrenzanalyse“ versteht man die Feststellung der Wettbewerbssituation auf den relevanten Märkten; daraus ist der Status des eigenen Unternehmens hinsichtlich etwaiger Konkurrenzvorteile und -nachteile abzuleiten. Aus den Erkenntnissen hat das Management geeignete Konsequenzen zu ziehen.
Das Management von Projekten beinhaltet im Sinne von DIN 69 901 alle Maßnahmen, die ein Unternehmen im Interesse des „Management of Change“ ergreifen muss, um langfristig im Wettbewerb zu überleben. Bezweckt wird die Gestaltung (Planung und Realisierung) neuer, zukunftsträchtiger Systeme, und zwar, um die relativen
- Konkurrenzvorteile zu festigen und sogar auszubauen;
- Konkurrenznachteile kurzfristig wenigstens zu kaschieren und langfristig abzubauen und in dieser Hinsicht aufzuholen.
1.2 Aufgabenstellung
Projekte werden in vielen Unternehmen mit großem Aufwand so durchgeführt, als gäbe es kein Umfeld. Umso größer ist dann die Überraschung, wenn die Konkurrenz unerwartet mit vergleichbaren bzw. sogar besseren Lösungen herauskommt. Die vorgelegte Untersuchung hat sich daher die Aufgabe gestellt, aufzuzeigen, wie es möglich ist, Erkenntnisse über die Aktivitäten der Konkurrenz
- fallweise zu gewinnen und
- beim Management von Projekten zu berücksichtigen.
Das sollte allerdings nicht nur reak tiv geschehen, sondern mit der Maß gabe, stets einen hinreichenden Konkur renzvorsprung aufrechtzuerhalten.
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