Von Amabel Akwa-Asare, Marek Grzebin

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2000, Seite 3 - 11. Alle Rechte vorbehalten.
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Das in immer mehr Branchen eingesetzte Projektmanagement eröffnet für Frauen zahlreiche Chancen, verantwortungsvolle Führungspositionen zu übernehmen und die Probleme, die die traditionelle Linienorganisation mit sich bringt, zu umgehen. Gleichzeitig zeigt sich, dass gemischte Teams, wie sie heutzutage in vielen Unternehmen im Rahmen von Projekten zusammenarbeiten, eine effiziente und abwechslungsreiche Arbeitsform darstellen. Bei aller Euphorie darf jedoch nicht übersehen werden, dass die Arbeit in Projekten für Frauen auch einige Gefahren mit sich bringt. So soll die Projektarbeit nicht als Ersatz für die Karriere in der Linienorganisation angesehen werden.

1. Die Position der Frauen in projektorientierten Unternehmen wird vin der Position der Frau in Gesellschaft und Management stark beeinflusst

Die Geschlechtsproblematik ist eine angelernte soziale Konstruktion. Verschiedene Kulturen erwarten unterschiedliches Verhalten von Frauen in der Gesellschaft, im Management und folglich im Projektmanagement. Auch in Österreich machen Frauen weniger und langsamer Karriere als Männer. Selten befi nden sich Frauen in den oberen Führungsetagen, denn sie werden oft als nicht sachlich und einsatzbereit genug für den harten, leistungsorientierten Berufsalltag gehalten.

In vielen Branchen scheint es, dass Frauen in der Hierarchiestufe des mittleren Managements, also dort, wo die männlichen Akademiker ihre Karrieren beginnen, an die Grenze ihres beruflichen Werdegangs stoßen und zu der nächsten Stufe nur durch die berühmte, für sie unüberwindbare „gläserne Decke“ hinauf schauen können, durch welche sie zwar die nächste Hierarchiestufe sehen können, die sie aber daran hindert, die nächste Ebene zu erreichen.

Der Anteil der Frauen im Topmanagement ist in Europa verschwindend gering. Mit einem Anteil von 8 % gehört Belgien in dieser Rubrik zu den Spitzenreitern. Die anderen Länder liegen meist unter dem Wert von 5 %. Folgende Tendenzen lassen sich für Frauen im Management beobachten:

  • Je höher die Hierarchieebene, desto weniger Frauen sind vertreten.
  • Weibliche Führungskräfte verdienen weniger als ihre männlichen Kollegen.
  • Laut Frauenbericht 1995 verteilt sich das Nettoeinkommen für Führungskräfte in Verwaltung, Industrie und Geldwesen auf Männer und Frauen wie folgt: durchschnittliches Monats nettoeinkommen männ liche Führungskräfte: ATS 25.400, durchschnittliches Monatsnettoeinkommen weibliche Führungskräfte: ATS 21.000.
  • Managerinnen werden eher in Stabsstellen und in als „weiblich“ geltenden Bereichen, wie z. B. Personalwesen, Sozialarbeit, Gesundheitswesen und Kommunikation, eingesetzt.
  • Frauen werden nicht gerne in verantwortungsvollen Positionen eingesetzt, da eine mögliche Schwangerschaft einen kontinuierlichen Karrierepfad verhindert.



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